
Spendenabsetzbarkeit: Katholische Erwachsenenbildung lobt Ausweitung
Das "Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich" begrüßt die Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit, die nun auch den Bereich der gemeinnützigen Erwachsenenbildung berücksichtigt. Das beim Ministerrat am Mittwoch behandelte Gemeinnützigkeitspaket mit einer Reform der steuerlichen Begünstigung im Blick auf die gemeinnützige Erwachsenenbildung deutet Bernd Wachter, Bundesgeschäftsführer des Forums, in einer Aussendung am Mittwoch als Motivation für Zehntausende dort Beschäftigte und generell als "Stärkung des Ehrenamtes".
Der kirchliche Bildungsexperte wies darauf hin, dass die kirchliche Erwachsenenbildung vor der Pandemie über 700.000 Teilnehmende in den Kursen, Lehrgängen und Fortbildungsangeboten der mehr als 70 Forums-Mitgliedseinrichtungen erreicht hatte. Mehr als 30.000 Veranstaltungen konnten durchgeführt werden, bis die Pandemie, wie auch im Kultur- und Sportbereich, zu einem deutlichen Rückgang geführt habe. Nun sei eine erfreuliche Trendumkehr zu beobachten: "Wir können Schritt um Schritt wieder an die Zahlen von 2019, also vor der Pandemie anschließen", so Wachter.
Die mehr als 10.000 ehrenamtlich Engagierten im Bereich der kirchlichen Erwachsenenbildung ermöglichten es, Vorträge und Fortbildungsangebote bis in die kleinsten Zellen einer Gemeinde zu bringen, betonte Wachter. "Ihre Arbeit ist zutiefst geprägt vom Gedanken der Gemeinnützigkeit. Bildung und speziell Erwachsenenbildung ist ein Gemeingut." Das vorgelegte Gemeinnützigkeitspaket sei auch ein Zeichen der Wertschätzung für dieses Engagement.
Der Bundesgeschäftsführer des Forums Katholischer Erwachsenenbildung, der schon davor als Generalsekretär der Caritas Österreich mit dem Thema befasst war, begrüßte es, dass seit langem steuerliche Absetzbarkeit von Spenden Schritt um Schritt erweitert und somit privates Engagement gefördert wird. Wachter hofft nun, dass den Ankündigungen der Regierung auch rasch entsprechende Taten folgen: "Das Gesetz muss zeitnah in Begutachtung geschickt werden, damit die geplante Absetzbarkeit ab 1.1.2024 auch wirklich hält."
Wachter drängt auch darauf, dass die angekündigten Verwaltungsvereinfachungen und Verfahrenserleichterungen tatsächlich und zeitnah Wirklichkeit werden. "Gerade die komplexen Verwaltungsabläufe waren und sind vor allem für kleinere Organisationen eine große Hürde. Das gilt es nun zu bereinigen", unterstrich Wachter, der ab September 2023 für zwei Jahre auch den Vorsitz in der Konferenz der Erwachsenenbildung in Österreich übernimmt.
Auch Sport und Kultur profitieren
Laut Ankündigung von Finanzminister Magnus Brunner am Mittwoch sollen in Zukunft Spenden an Sportvereine und Bildungseinrichtungen steuerlich abgesetzt werden könne. Vereinfachungen soll es auch für den Bereich Kunst und Kultur geben. Erwartet werde, dass sich das Entlastungsvolumen dadurch verdoppelt.
Im Vorjahr hat das heimische Spendenaufkommen nach Angaben des Finanzministeriums rund 900 Millionen Euro betragen. In den vergangenen Jahren wurden rund 13 bis 14 Prozent der getätigten Spenden steuerlich abgesetzt. Die Steuerzahler hätten sich dadurch pro Jahr mehr als 100 Millionen Euro erspart. Nach Berechnungen des Finanzministeriums könnte sich durch die Änderung das steuerliche Entlastungsvolumen in den nächsten Jahren auf rund 200 Millionen Euro verdoppeln.
Quelle: kathpress