
Hilfswerk: Lebensgrundlagen von Indigenen erhalten
Zur Unterstützung indigener Völker in verschiedenen Weltregionen hat das österreichische katholische Hilfswerk "Jugend Eine Welt" aufgefordert. "Wir wollen die indigenen Völker nicht alleine lassen, wenn es darum geht, ihren Lebensraum für sich und ihre Kinder zu erhalten, ihn vor Ausbeutung zu schützen und Rechte für diese Menschen einzufordern", erklärte Geschäftsführer Reinhard Heiserer in einer Pressemitteilung anlässlich des Welttags der indigenen Völker am Mittwoch (9. August) zum Engagement seiner Organisation.
Nach UN-Schätzungen gehören weltweit etwa 370 Millionen Menschen einem der gut 5.000 indigenen Völker an, die in ungefähr 90 Staaten leben. In vielen dieser Länder würden speziell indigene Bevölkerungsgruppen zusehends unter Druck geraten, so Heiserer - "sei es durch den voranschreitenden Klimawandel oder beispielsweise durch den landfressenden und vielfach umweltschädigenden Abbau von begehrten Rohstoffen".
"Bitte vergesst uns nicht!"
"Bitte vergesst uns nicht!": Diese Botschaft hätten ihm viele Indigene bei seinem jüngsten einem Aufenthalt in der Wayuu-Region von Venezuela mitgegeben, berichtete "Jugend Eine Welt"-Mitarbeiter Wolfgang Wedan. Die Wayuu sind ein indigenes Volk, das hauptsächlich auf der zwischen Venezuela und Kolumbien aufgeteilten, von Natur aus wüstenartigen Halbinsel Guajira in verstreuten kleinen Ansiedlungen lebt. Insgesamt gibt es knapp 700.000 Wayuu, mehr als die Hälfte lebt in Venezuela und stellen dort mit etwa 57 Prozent den größten Anteil der indigenen Bevölkerung des Landes.
Traditionell leben die Wayuu von den eher kargen Erzeugnissen des Bodens wie Obst und Gemüse. Früher einmal waren Jagd und Fischfang eine weitere wichtige Nahrungsquelle. Heute suchen viele ihr Auskommen als Viehzüchter oder arbeiten in der Ölindustrie. Die in Kolumbien wohnenden Wayuu sind, neben Nahrungs- und Wassermangel, in den vergangenen Jahren noch von Vertreibung und teils tödlicher Gewalt durch bewaffnete Banden bedroht, so das Hilfswerk.
Die Wayuu lebten "in und von der Natur", so Wedan. "Die meisten besitzen nichts, jammern aber nicht - die Familie ist ihnen das Wichtigste und nur auf Nachfrage sprechen sie über ihre größte Not: Wasser."
Schulen Stunden entfernt
Statt eine Schule zu besuchen, müssen viele der Wayuu-Kinder als Schäfer, Hirten, Feldarbeiter oder Handwerkerinnen zum Familieneinkommen beitragen. Auf der Halbinsel Guajira gebe es zudem kaum Schulen, diese seien nur in mehrstündigen Fußmärschen erreichbar. "Wir unterstützen deshalb bereits eine von unseren Projektpartnern, den Salesianer Don Bosco, betrieben Agrarschule in El Molinete", sagte Wedan. So konnte dort etwa jüngst mit Hilfe von "Jugend Eine Welt" ein neuer, gebrauchter Schulbus erworben werden, nachdem der alte kaputt geworden war.
(Spendenkonto Jugend Eine Welt: AT66 3600 0000 0002 4000; Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden)
Quelle: kathpress