
"Unnachahmliches Beispiel"
Abschied von Vinzi-Pfarrer Pucher in Wien
"Unnachahmliches Beispiel"
Abschied von Vinzi-Pfarrer Pucher in Wien
Mitarbeiter und Bewohner der Wiener Einrichtungen der VinziWerke haben sich am Montag von ihrem Gründer Pfarrer Wolfgang Pucher verabschiedet. Dompfarrer Toni Faber würdigte den Verstorbenen als "ein unnachahmliches Beispiel für das, was möglich ist: Die Not zu sehen, auch wenn man sie nicht zur Gänze nehmen kann". Pucher war 19. Juli nach einem medizinischen Notfall im Urlaub in Kroatien verstorben. Am 12. August wurde Pucher unter der Begleitung von 400 Trauergästen in Graz beerdigt, über 11.000 verfolgten die Begräbnisfeierlichkeiten via Livestream.
Faber begleitete die Feier, zu der sich rund 80 Wegbegleiter des Verstorbenen im VinziDorf Wien eingefunden hatten, mit Auszügen aus den Seligpreisungen, der Rede vom Weltgericht, dem Beispiel vom barmherzigen Samariter und aus der Geschichte des Apostels Paulus. Neben all dem Erfolg habe der Armenpfarrer lernen müssen, "dass da zu sein oft das Einzige war, das man tun konnte", so Faber. Aber auch auf das, was gelingen kann, dürfe man stolz sein. Das VinziDorf sei das beste Beispiel dafür. "Es heißt, wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt. Zumindest beginnt man, die Welt zu retten", so der Dompfarrer.
Ein Bild Pfarrer Puchers mit seinem Namensschild wurde von Faber im Rahmen der Feier gesegnet. Es wird in der Grotte des VinziDorf Wien, das ihm zu Lebzeiten viel bedeutet hat, seinen festen Platz finden.

"Geht nicht, gibt's nicht!"
Dompfarer Faber unterstrich im Kathpress-Interview am Rande der Gedenkveranstaltung die vielfältigen Vorbildfunktionen Puchers. Es genüge nicht, Gott im liturgischen Dienst zu dienen, da Gottesdienst auch Armendienst sei. Wolfgang Pucher habe das so stark und hervorragend gelebt, "dass es beeindruckend war". Sein Motto lautete: "Geht nicht, gibt's nicht!"
Pucher habe vielen Menschen geholfen, zu erkennen, was einen im Leben wirklich glücklich mache. "Wenn ich meine Kapazitäten und Ressourcen teile, macht mich das reicher und nicht ärmer. Das hat er von Anfang an gezeigt." Es sei beeindruckend gewesen, was Pucher für die Menschen bewegt habe: "Er hat in ihnen das Antlitz Jesu gesehen."
Manche seien vor Puchers Hartnäckigkeit vielleicht erschrocken, aber er habe "hunderte Menschen motiviert, es ihm gleichzutun". Pucher ermöglichte den Menschen ein Leben in Würde, so Faber. Und: "Wo ich bereit bin, etwas für andere zu tun, gewinne ich mehr für mein Leben."
Vinziwerke-Koordinatorin Amrita Böker beschrieb Pucher im Interview als einen Menschen, dem Regeln und Normen nicht so wichtig waren, wenn es darum ging, anderen zu helfen: "Wichtig war ihm der einzelne Mensch. Pucher hat immer gesagt: 'Es gibt kein Konzept. Das Konzept ist der einzelne Mensch", so Böker. Pucher habe sich daher in seinem Einsatz für die Menschen immer an deren individuellen Bedürfnissen orientiert, "als ob es um seine eigene Familie ging".
Indes werden die VinziWerke im Sinne Puchers weitergeführt. "Mit dem Ableben unseres Gründers hat ein bedingungsloser und charakterstarker Garant für Barmherzigkeit und Nächstenliebe die Welt verlassen", heißt es vonseiten der Sozialorganisation. In seinem Sinne wolle sich die Vinzenzgemeinschaft weiter mit voller Kraft für diejenigen einsetzen, die Hilfe brauchen und damit sein Vermächtnis erfüllen.
Spenden: AT94 2011 1293 5364 6100, ehrenamtliche Mitarbeit: www.vinzi.at/ehrenamt
Quelle: Kathpress