
Schönborn: Synode erfordert Fähigkeit zu "guter Unterscheidung"
Der Erfolg der laufenden Welt-Bischofssynode in Rom hängt ganz wesentlich von der Fähigkeit zu "guter Unterscheidung" ab - etwa, zwischen dem Willen Gottes und eigenen Fantasien. Das sagte Kardinal Christoph Schönborn in einem am Rande der großen Kirchenversammlung am Petersplatz aufgenommenen und am Montag via Facebook und X (vormals Twitter) verbreiteten Video. Der Wiener Erzbischof, einer von drei Teilnehmenden aus Österreich an der noch bis 29. Oktober andauernden Synode, verwies auf den von der Katholischen Aktion immer wieder genannten Dreischritt "sehen - urteilen - handeln" als taugliches Instrument auch für die Synode.
Das Sehen als Voraussetzung, um zu einer guten Einschätzung der Wirklichkeit zu kommen, setzte Schönborn dabei parallel mit dem Hören bzw. Zuhören, auf das bei der Versammlung besonders großen Wert gelegt werde. Es gelte wahrzunehmen, wie die Dinge laufen, was Sache ist, und "einen besseren Zugang zur Wirklichkeit zu bekommen", wie der Kardinal sagte.
Danach müsse man freilich auch urteilen, also zu Entscheidungen kommen. Bei der Frage, wie diese bestmöglich getroffen werden, erinnerte sich der Kardinal an einen Rat, den ihm seine 2022 im 102. Lebensjahr verstorbene Mutter Eleonore Schönborn gab: "Für die kleinen Entscheidungen benütze den Verstand, für die großen frage das Herz!"
Wichtiges Kriterium vor Entscheidungen ist nach den Worten Schönborns die Frage nach dem Willen Gottes. Nicht umsonst werde im Vaterunser darum gebetet, dass der Wille Gottes im Himmel und auf Erden geschehe. Und die Freude sei hier ein Erkennungsmerkmal, wenn es darum geht, den göttlichen Willen zu erkennen: "Wenn du eine tiefe Freude spürst, ist das ein Zeichen, dass das in die richtige Richtung weist." Fehle es daran, dann riet der Wiener Erzbischof: "Geh noch tiefer, frage weiter und berate dich auch."
Gemeinsam zu unterscheiden, sei etwas, das auf der Synode versucht wird, um zu erkennen: "Was ist heute der Auftrag Gottes? Was gilt es zu tun und was gilt es zu lassen?"
Quelle: kathpress