
St. Elisabeth-Stiftung fordert nach Kanzlertreffen konkrete Maßnahmen
Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Alleinerziehenden am Arbeitsmarkt fordert die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien nach dem Zusammentreffen mit Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Freitag. Gemeinsam mit zwölf Vertreterinnen und Vertreter von Hilfsorganisationen sowie Armutsbetroffenen nahm die Stiftung an der "Frag den Kanzler"-Fragerunde teil. Auslöser der Veranstaltung im "Schutzhaus Zukunft" im 15. Bezirk in Wien war ein an die Öffentlichkeit gespieltes Video, in dem der Bundeskanzler u.a. die hohe Teilzeit-Quote von Frauen beklagte und meinte, dass in Österreich niemand hungern müsse, indem er auf Fast-Food-Preise verwies.
Die Stiftung forderte im Zuge des Treffens auch konkrete Maßnahmen gegen Kinderarmut von der Bundesregierung. Dafür sei "ein kontinuierlicher Arbeitskreis mit den Fachexpertinnen und -experten aus den sozialen Einrichtungen dringend notwendig", verwies Nicole Meissner, Geschäftsführerin der St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, in einer Aussendung am Samstag.
Den Austausch mit dem Bundeskanzler sah sie als Startschuss, um Expertise für weitere Gespräche und Runden zur Verfügung zu stellen. "Wir hoffen, damit konkrete Lösungsansätze erarbeiten zu können, um so die Chancen von Alleinerzieherinnen und ihren Kindern in ihren vielfältigen Problemlagen zu verbessern", so Meissner weiter.
Alleinerzieherinnen stark armutsgefährdet
Alleinerziehende sind laut St. Elisabeth-Stiftung besonders stark armuts- und ausgrenzungsgefährdet. Die Stiftung verwies dabei auf ihre tägliche Arbeit für Mütter in Notlagen, etwa in ihren Beratungsstellen, und auf die Daten von "Statistik Austria", nach denen mehr als 50 Prozent der Alleinerziehenden stark armuts- und ausgrenzungsgefährdet sind.
Für betroffene Frauen sei die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung eine große Herausforderung, so die Stiftung. Als Grund nannte das Hilfswerk unzureichende Betreuungsangebote und ungünstige Rahmenbedingungen in typischen Frauenberufen wie Gastronomie und Handel. Zudem führe die Mehrfachbelastungen im Alltag bei Alleinerzieherinnen zu einem höheren Risiko, physisch oder psychisch zu erkranken, keine Arbeitsstelle zu finden oder prekäre Arbeitsverhältnisse einzugehen.
Das Angebot der St. Elisabeth-Stiftung umfasst u.a. eine Familien-, Rechts- und Schwangerenberatungsstelle, zwei Mutter-Kind-Häuser mit einem eigenen sozialpädagogischen Team, Startwohnungen sowie eine Webstube und Kreativwerkstatt.
(Link: www.elisabethstiftung.at)
Quelle: kathpress