
Schwarz: Kindern eine Welt zeigen, in der es noch das Gute gibt
Vor einer Weltsicht, die nur auf ständiger Konfrontation mit Krisen und Kriegen beruht, hat der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz gewarnt. Die aktuelle Kriegsberichterstattung im Nahen Osten und die damit verbundenen Illustrationen würden zur Frage führen: "Wie viele Bilder von Leid, Trauer, Tod, Elend, Krankheit, Terror, Krieg ... verträgt der Mensch?" Seine Kolumne in den "NÖN" (Ausgabe vom 25. Oktober) widmete Schwarz vor allem den Auswirkungen auf Heranwachsende und gab zu bedenken: "Diese langjährigen, negativen Dauerberichte, vor allem durch die unmissverständliche Sprache der grauenvollen Bilder, verändern aber auch uns Erwachsene." Der Bischof rief dazu auf, Kindern eine Welt zu zeigen, "in der es auch das Gute (noch) gibt".
Schwarz zitierte den Wiener Medien- und Sozialethiker Alexander Filipovic, der sich jüngst gegenüber Kathpress zu dem Thema äußerte: Er plädiere nicht für das Verschließen der Augen vor Terror und Grausamkeiten. "Aber Bilder machen etwas mit uns, man vergisst manche Dinge nicht."
Bischof Schwarz hielt seinen Lesern vor Augen, welcher "Macht der Bilder" ein heute zehnjähriges Kind ausgesetzt sei: Die Berichterstattung über die großen Migrationsbewegungen ab dem Jahr 2015, über den damit verbundenen Krieg in Syrien, danach die Corona-Pandemie, verbunden mit Maskenpflicht, zuletzt über kriegerische Auseinandersetzungen in der Ukraine und nun im Nahen Osten würden ihre Wirkung entfalten, auch wenn die Berichterstattung nicht für Kinder gedacht sei.
"Gibt es denn auf unserer Welt nur mehr negative Berichte? Gibt es wirklich nichts Gutes, das wert ist, kommuniziert zu werden?", so die kritische Anfrage des Bischofs an die Medien. Sein Anstoß zu deren Selbstreflexion: "Verkaufen sich die negativen Horror-Nachrichten besser als Best-Practice-Beispiele?"
Quelle: kathpress