
12.000 Glocken: Erzdiözese Salzburg macht Datenbank öffentlich
Das Archiv der Erzdiözese Salzburg veröffentlicht nach und nach Teile einer umfangreichen Datensammlung zu 12.000 Glocken aus ganz Österreich. Die Informationen ab dem 11. Jahrhundert stammen aus dem Nachlass von Augustin Jungwirth (1876-1942), Benediktinerpater in St. Peter und Michaelbeuern, teilte die Erzdiözese am Donnerstag mit. Die Sammlung technischer Daten mit Glockenzierbeschreibung und Tonhöhen habe dieser aber nie fertiggestellt, die Originale lagern in mehreren Diözesen Österreichs.
Der Salzburger Glockenreferent Josef Kral hat diesen historischen Schatz in Form seiner Buchreihe "Glockengedächtnis" gesammelt und lege sie jedem ans Herz, "der an Glocken historisch interessiert ist". Kürzlich erschien der vierte Band in der Schriftenreihe des Archivs der Erzdiözese Salzburg. "Ich hätte es bedauerlich gefunden, wenn das Material nicht öffentlich zur Verfügung stünde", erzählte er.
Neben den Büchern betreut Kral auch eine akustische Glockendatenbank. In Zusammenarbeit mit "Createsoundscape" werden nach und nach sämtliche Glocken der Erzdiözese Salzburg mit Daten und Audiobeispielen erfasst.
Über Jahrhunderte waren Glockengießer Klein- bis Kleinstbetriebe, erläuterte Kral. Regionale, aber auch konfessionelle Unterschiede gibt es etwa musikalisch, bei der Glockengröße und den Geläute-Dispositionen sowie bei den Geschmäckern im Laufe der Epochen. Eine Vorliebe für Glocken "mit hohem Geräuschanteil" sei in der Barockzeit festzustellen - "eine Machtdemonstration mittels Glocke". Wobei Glocken nicht nur musikalisch oder liturgisch relevant waren, sondern auch ein Abwehrmittel für "Übel aller Art", wie beim Wetterläuten, erklärte der Glocken-Experte.
Quelle: Kathpress