
Sales-Oblatinnen feiern 120-jähriges Wirken in Linz
Seit 120 Jahren wirken die Oblatinnen des Heiligen Franz von Sales in Linz-Urfahr. Das Ordensjubiläum wurde dieser Tage mit einer Feier begangen, berichtete die Diözese Linz in einer Aussendung am Montag. Auch in der Gegenwart sei es "notwendig, von der Liebe Gottes und seinem Wirken in der Welt Zeugnis zu geben", sagte Pfarrer Dietmar Neubauer von der Pfarre Linz-Herz-Jesu in einer Festpredigt zu diesem Anlass am ersten Adventsonntag. Die Oblatinnen seien mit viel Einsatz und Ausdauer weiter ihrer Sendung treu, "in Linz für junge Menschen da zu sein".
An dem "Tag der Freude und Dankbarkeit" in der Niederlassung des Ordens in der Linzer Kapellenstraße nahmen laut dem Bericht Vertreter salesianischer Gemeinschaften und der von den Oblatinnen geführten Schule sowie weitere mit dem Orden verbundene Menschen teil. Auf dem Programm stand u.a. eine Präsentation über die Gründung und das Wirken der Sales-Oblatinnen in Linz, eine feierliche Vesper und zuvor die Möglichkeit, Haus, Schule und Kloster zu besichtigen. Tags darauf fand ein Dankgottesdienst mit den Schülerinnen und Schülern der Schulen für Wirtschafts- und Pflegeberufe der Oblatinnen statt.
Am 3. Dezember 1903 waren zwei Ordensfrauen aus Frankreich nach Linz gekommen, um sich dort niederzulassen und ein Noviziatshaus zu errichten. Sie bezogen zunächst eine kleine Wohnung, in der sie in großer Armut lebten. Unterstützung erhielten sie von den Kreuzschwestern, die gleich gegenüber wohnten, und Johann Jax, dem großzügigen Inhaber einer Nähmaschinenfabrik. Den Lebensunterhalt verdiente sich die kleine, ständig wachsende Gemeinschaft mit Handarbeits-, Sprach- und Musikunterricht.
1907 begann man mit dem Bau des noch heute bestehenden Klostergebäudes. Die Freizeitgestaltung ("Patronage") bei den "französischen Schwestern" sei für viele Bewohner Urfahrs eine willkommene Abwechslung gewesen, hieß es bei der Präsentation. Während des Ersten Weltkrieges betreuten die Schwestern verwundete Soldaten, im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil des Hauses beschlagnahmt. Es waren darin Kanzleien, das Finanzamt und das Priesterseminar untergebracht.
"Kontemplation und Aktion"
1959 eröffneten die Oblatinnen das Franziska-Salesia-Heim in der Kapellenstraße 8a, das nach der Gründerin der Ordensgemeinschaft, der heiligen Franziska-Salesia Aviat, benannt wurde und Schülerinnen ab 14 Jahren sowie Lehrlingen eine Wohnmöglichkeit bot. Ende der 1960er-Jahre errichteten die umtriebigen Ordensfrauen dann eine Haushaltsschule und erweiterten das Wohnheim auf 130 Plätze. Mit dem Kauf des Hauses in der Rudolfstraße 32 in den 1990er-Jahren konnte der Schulausbau abgeschlossen werden. Heute besuchen 165 Schülerinnen und Schüler die von den Oblatinnen geführte Schule und werden dort in drei Schulformen und sieben Klassen von 31 Lehrkräften unterrichtet.
Die Schwestern leben nach der Spiritualität ihres Namensgebers, des heiligen Franz von Sales. "Wir sind berufen, in Liebe und Freiheit Gott unser ganzes Sein zu schenken und das eucharistische Leben Jesu nachzuahmen. Dieses mit Gott verbundene Leben ist die Grundlage unserer Arbeit mit der Jugend", wird in der diözesanen Aussendung Regionaloberin Sr. Maria-Brigitte Kaltseis zitiert. Diesem Charisma folgend, lebten die Frauen ihres Ordens "inmitten der Kirche in geschwisterlicher Gemeinschaft" und verbänden dabei "Kontemplation und Aktion im Hier und Jetzt" miteinander.
Quelle: Kathpress