
Papst erschüttert von Schusswaffenangriff an Prager Universität
Papst Franziskus trauert um die Opfer des Schusswaffenangriffs in Prag. In einem vom Vatikan am Freitag veröffentlichten Beileidsschreiben an Karlsuniversität-Rektorin Milena Kralickova sicherte er den Angehörigen der Getöteten sowie den Verletzten seine Nähe und sein Gebet zu. Der Papst sei tief betrübt ob der Ereignisse, heißt es in dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben. Für die Hinterbliebenen erbitte Franziskus Kraft und Trost. Ganz Tschechien sichere er seine Gebete in dieser schweren Zeit zu.
Am Donnerstagnachmittag hatte ein Student im Gebäude der Philosophischen Fakultät der Karls-Universität am Jan-Palach-Platz mit einer Schusswaffe das Feuer eröffnet und 14 Menschen getötet. Laut Behördenangaben wurden zudem 25 Menschen verletzt, davon zehn schwer. Auch der mutmaßliche Schütze ist tot. Unklar ist noch, ob sich der Student selbst richtete oder von der Polizei getötet wurde. Der tschechische Innenminister Vit Rakusan sagte am Donnerstagabend, es gebe keine Hinweise auf einen zweiten Schützen oder auf einen terroristischen Hintergrund.
Zu einer landesweiten Trauerminute am Samstagmittag um 12 Uhr sollen auch die Kirchenglocken in ganz Tschechien läuten. Im Veitsdom auf der Prager Burg werden Erzbischof Jan Graubner und Kardinal Dominik Duka zuvor ab 11 Uhr einen Gottesdienst im Gedenken an die Opfer des Schusswaffenangriffs feiern. Die Kathedrale stehe allen offen, die das Andenken der Opfer ehren wollen, teilte die Erzdiözese Prag am Freitag mit. Der Gedenkgottesdienst wird live im tschechischen Fernsehen übertragen.
Erzbischof Graubner hatte den Angehörigen der bei dem Amoklauf Getöteten bereits in einer ersten Reaktion am Donnerstagabend sein Beileid ausgesprochen und sie seiner Nähe versichert. "Ich bete für die Toten, ihre Familien, Angehörigen und Freunde und auch für die Heilung aller Verletzten. Ich bitte den Herrn, allen in dieser Vorweihnachtszeit Trost zu spenden und dabei zu helfen, den Schmerz und die Traurigkeit zu überwinden", betonte Graubner, der auch Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz ist.
Die Priester der Prager Erzdiözese stünden allen Betroffenen mit geistlicher Unterstützung und Beratung zur Verfügung, teilte Graubner mit. Auf ihrer Website veröffentlichte die tschechische Hauptstadtdiözese entsprechende Notfallnummern.
Quelle: Kathpress