
ORF-"kreuz und quer" über "Aufstieg und Fall" Maria Magdalenas
Die ORF-TV-Reihe "kreuz und quer" befasst sich in der Sendung am Dienstag mit der wohl wichtigsten Frauengestalt des Urchristentums: Maria Magdalena. Karoline Thaler begibt sich in ihrem Film "Die erste Apostelin - Aufstieg und Fall der Maria aus Magdala" auf Spurensuche - von der Stiftsbibliothek in Melk bis in die Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, vom Dom Museum Wien bis in zwölf Meter Tiefe unter dem Stephansplatz. "Für mich ist diese Figur auch deshalb so interessant, weil man sagen könnte, ohne sie gäbe es das Christentum so, wie wir es kennen, nicht", wird der Wiener Theologe Wolfgang Treitler in der Ankündigung zitiert.
Die ORF-Dokumentation über die erste Zeugin der Auferstehung, die deshalb schon früh den Titel einer "Apostelin der Apostel" bekam, geht Fragen nach wie: Was erzählen die biblischen Zeugnisse über Maria von Magdala? Warum wurde das Bild der "Apostelin" von jenem der "Sünderin" mit einer klar sexuellen Konnotation verdrängt? Schon früh sei Maria als solche stilisiert worden, "bis in die moderne Popkultur begleitet sie eine gewisse anrüchige Erotik", hieß es.
Dass Frauenrollen "immer schon diskutiert worden" seien, stellt die Theologin Andrea Taschl-Erber, die sich seit Studienzeiten mit Maria von Magdala beschäftigt, anhand der Heiligen fest. Zu Beginn habe sie als "Lieblingsjüngerin" Jesu gegolten und werde in außerbiblischen, apokryphen Texten sogar als Konkurrentin des Apostels und ersten Papstes Petrus bezeichnet. Das laut der Direktorin des Dom Museums Wien, Johanna Schwanberg, auch in der Kunstgeschichte vorherrschende Bild der erotischen Sünderin verdrängte im Laufe der Kirchengeschichte jedoch das der Apostelin und nährt - so der ORF - "nicht zuletzt deshalb bis heute Faszination und Spekulation rund um diese biblische Frauengestalt".
Zu sehen ist "Die erste Apostelin - Aufstieg und Fall der Maria aus Magdala" am Dienstagabend ab 23.15 Uhr in ORF 2. Davor steht ab 22.35 Uhr eine Doku von Martin Papirowski über "Die Heiligen Drei Könige" auf dem Programm. Die Geschichte rund um Caspar, Melchior und Balthasar sei bekannt, "doch kaum einer weiß etwas über die drei Weisen aus dem Morgenland". Nirgendwo in der Bibel steht, dass es drei waren, dass es Könige waren oder wie sie hießen.
Quelle: kathpress