
Kirchensportler kritisieren hohe Verletzungsgefahr im Ski-Sport
Die Diözesansportgemeinschaft (DSGÖ) kritisiert die hohe Verletzungsgefährdung von Athletinnen und Athleten im alpinen Ski-Sport. "Sicherheit muss über allem stehen, die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler muss das oberste Maß sein - nicht wirtschaftliche Interessen, das Erreichen neuer Rekorde oder spektakuläre Bilder", betonten Sepp Eppensteiner und Pepi Frank vom DSGÖ-Vorsitzteam in einer Aussendung am Samstag.
Konkret fordern sie gefährliche Sprünge durch Änderungen der Geländeform zu reduzieren, denn Abfahrer seien keine Skispringer. Zu hohe Geschwindigkeiten durch Tore und damit höhere technische Schwierigkeiten zu entschärfen, ist eine weitere Forderung. Auch die Carving-Ski und die neue Zusammensetzung des Schnees durch Umweltveränderungen könnten das Verletzungsrisiko erhöhen. "Auch die Athleten - die unsere Lieblinge sind - sollten dann und wann aufstehen und sagen: 'Es reicht!' Etwa, indem sie noch gefährlichere Kurven, noch eisigere Pisten oder noch höhere Geschwindigkeiten ablehnen", so die Kirchensportler.
Kritik an den Anforderungen des modernen Ski-Sports übte auch P. Bernhard Maier, Sportethiker und langjähriger Olympia-Seelsorger. "Die Fans können auf brutale Stürze und im Schnee liegende Athleten verzichten. Sie wollen spannende Rennen, aber keine Schwerverletzten", so Maier. Es kämen viele Kriterien zusammen, warum es zu so vielen Unfällen komme. So hänge ein riesiges wirtschaftliches System an der "Attraktivierung" der Skifahrten. Das dürfe aber keine Rechtfertigung und kein sinnvoller Maßstab sein für eine Tätigkeit, die in erster Linie Sport sein solle und keine Gladiatorenspiele, betonte der Sportethiker.
Vernünftige und verantwortungsvolle Menschen würden versuchen, die Grenzen der Machbarkeit aufzuzeigen, die Belastungen für Mensch und Umwelt einzugrenzen, so der Sportethiker, der Sport dürfe sich hier nicht ausnehmen, so Maier, der an alle Verantwortlichen, einschließlich der Sportmedien appellierte, einen sinnvoll vertretbaren Sport durch die Akzeptanz einiger Einschränkungen zu retten.