Februarkämpfe 1934: Babler würdigt Krautwaschl-Entschuldigung
SPÖ-Parteivorsitzender Andreas Babler hat die Entschuldigung des steirischen Diözesanbischofs Wilhelm Krautwaschl für das Verhalten der Kirche bei den Februarkämpfen 1934 gewürdigt. "Uns freut es, dass die Kirche zu ihrer Verantwortung steht. Wir schätzen dieses Signal seitens Diözesanbischof Krautwaschl sehr", so Babler wörtlich in einer Aussendung am Freitag. Die Sozialdemokratie wolle die Erinnerung an die Februarkämpfe und die Lehren aus der Zeit des Austrofaschismus hochhalten. "Der Blick muss aber in die Zukunft gerichtet sein, damit die Demokratie in Österreich nie wieder gefährdet ist und sich autoritäre Tendenzen in Österreich nie wieder durchsetzen können", betonte der SPÖ-Parteivorsitzende.
Krautwaschl hatte am Donnerstag in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress anlässlich des 90. Jahrestags der Februarkämpfe von 1934 um Vergebung für das damalige Verhalten der Kirche ersucht. Wörtlich sagte Krautwaschl: "Als Bischof der Diözese Graz-Seckau bitte ich um Vergebung, wenn durch das Verhalten der Kirche in jenen Jahren der Blick auf Jesus Christus und das Evangelium verstellt war und sich deshalb Frauen und Männer von der Kirche abgewandt haben." Die damals "enge Verflechtung von Kirche und Parteipolitik hat viele Menschen irritiert", hielt der Bischof fest und sprach von einem "bitteren Rückblick".
Erst in den Jahren der Zweiten Republik sei es der katholischen Kirche in Österreich gelungen, aufgerissene Gräben zu überwinden. "Dass dieser Weg des Dialogs beschritten wurde, ist dem Wirken von Priestern und Laien zu verdanken, die das Gespräch besonders zwischen Kirche und Arbeiterschaft, zwischen der Kirche und den politischen Parteien gesucht und damit Brücken gebaut haben", so der Bischof.
Das Gedenken an die Ereignisse vor 90 Jahren mahne und ermutige zugleich die katholische Kirche in der Steiermark und alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte, "diesen aufrichtigen Dialog zwischen kirchlichen Amtsträgern und staatlichen Repräsentanten, zwischen der Kirche und allen gesellschaftlichen Gruppen und den politischen Parteien vertieft fortzusetzen", so Krautwaschl. "Das dient dem Wohle unseres Landes und der Demokratie in Österreich; gerade angesichts der Spannungen unserer Zeit."
Quelle: kathpress