
Neuer Verein für LGBTIQ-Menschen in evangelischer Kirche
Für "Sichtbarkeit und Gleichstellung nicht heteronormativer Lebensweisen in den evangelischen Kirchen in Österreich" setzt sich der neu gegründete Verein "EvanQueer" ein. "Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen und gewollt", betonte die Obfrau des Vereins, Claudia Marlen Schröder, in einer Aussendung, wie der evangelische Pressedienst epdÖ am Mittwoch berichtete. Die Webseite www.evanqueer.at soll zudem ab sofort über Angebote für queere Menschen in der evangelischen Kirche informieren.
Nach wie vor seien Menschen im LGBTIQ-Spektrum oft mit Ausgrenzung und Demütigung in der Kirche konfrontiert - "nicht nur in der Geschichte, sondern auch heute noch", so Schröder. "Queere Menschen machen in kirchlichen und anderen religiösen Gemeinschaften die Erfahrung, dass ihre Genderidentität, ihre sexuelle Orientierung und ihr Lebensmodell herabgewürdigt und verleugnet werden", betonte die Vereins-Obfrau, die als transidente Person aus eigener Erfahrung spreche. "Diese Abwertung und Verneinung queerer Lebensweisen werden oft mit einer bestimmten Art, die Bibel zu interpretieren, legitimiert", so Schröder.
Der Aufgabenbereich des Vereins reiche von kirchenpolitischer Arbeit über Bildungsarbeit bis hin zu Selbsthilfeangeboten für queere Menschen. "Dass die Mitglieder immer auch andere marginalisierte und diskriminierte Gruppen im Blick haben, ist dabei eine Selbstverständlichkeit", hieß es in der Aussendung.
Gemeinsam mit dem ökumenischen Verein "Queer Glauben" bietet "EvanQueer" unter dem Titel "Queere Christ*innen" zudem jeweils am 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr ein offenes Treffen mit Impuls und Gruppengespräch im Wiener Albert-Schweitzer-Haus (Schwarzspanierstraße 13) an. "Vorrangige Zielgruppe sind junge queere Christ*innen, die sich mit ihrem Glauben und ihrem Queersein auseinandersetzen wollen", erklärte Schröder laut Mitteilung.
Ein besonderes Anliegen sei dem Verein das offene Gesprächs- und Informationsangebot für alle Menschen in den evangelischen Kirchen. "Wer Fragen zum Thema oder persönlichen Gesprächsbedarf hat, ist bei uns genau richtig", betonte Pfarrerin Katharina Payk, Vorstandsmitglied von "EvanQueer" und in der Gleichstellungskommission der Evangelischen Kirche A.u.H.B tätig. "Wir sind keine geschlossene Gruppe, sondern freuen uns über Interessierte - ob queere Menschen oder Verbündete. Auch Unsichere dürfen sich gerne an uns wenden, denn es ist uns wichtig, dass wir durch Aufklärung und Begegnung Mauern abtragen und Akzeptanz und Solidarität in unseren Kirchen stärken", so Payk.
Quelle: kathpress