
Bischof Marketz beauftragte erste Ständige Lektorinnen und Lektoren
Der Bischof der Diözese Gurk, Josef Marketz, hat am Freitag die österreichweit ersten Ständigen Lektorinnen und Lektoren beauftragt. Im Rahmen einer Wortgottesfeier im Dom zu Maria Saal bezeichnete der Bischof die elf Frauen und drei Männer als "offizielle Stimmen des Wortes Gottes" und gab ihnen mit auf den Weg, dieser Aufgabe mit Authentizität nachzukommen. Die neu Beauftragten sind nach Angaben der Diözese Gurk-Klagenfurt hierzulande die ersten weiblichen und männlichen Laien, die diesen Dienst, der wie das Akolythat bisher als Durchgangsstufe zum Weiheamt galt, auf Dauer ausüben werden.
Wie in Österreich ist es in vielen Teilen der katholischen Weltkirche bereits seit langem üblich, dass Frauen und Männer als Laien in Gottesdiensten Lesungen und Fürbitten vortragen. Seit einer 2021 erfolgten Änderung des Kirchenrechtes durch Papst Franziskus ist auch eine offizielle Beauftragung von Frauen zu einem dauerhaften Dienst möglich.
Es gehe bei diesem Dienst, so Bischof Marketz, "nicht darum, Personen für Aufgaben und Funktionen zu finden, sondern vielmehr darum, Christinnen und Christen zur Entdeckung ihres Charismas, ihrer Berufung, einzuladen". Er sei daher dankbar für die Bereitschaft der Ständigen Lektorinnen und Lektoren, "sich in Anspruch nehmen zu lassen, sich zu entschließen, mutig und stark nach dem Willen Gottes für das eigene Leben und das der anderen, besonders der Mitchristen in der eigenen Pfarrgemeinde, zu fragen und das Leben daraufhin auszurichten, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen".
Bischof Marketz rief die neuen Ständigen Lektorinnen und Lektoren dazu auf, das Wort Gottes authentisch zu verkünden. "Ihr dürft und sollt dem Wort Gottes von heute an ganz offiziell im Auftrag der Kirche eure persönliche Stimme geben, eure Klangfarbe, eure Tonlage", sagte Bischof Marketz. Dabei sei es wichtig, sich nicht im Ton zu vergreifen oder belehrend zu klingen. Mit Verweis auf Papst Franziskus betonte der Kärntner Bischof, "dass Verkündigung vom Ton der Freude lebt". Es gehe darum, das Wort Gottes so zu verkünden, dass die Menschen spüren, "dass in Euch der Geist Jesu lebendig ist", sagte Bischof Marketz zu den neuen Ständigen Lektorinnen und Lektoren.
Feierlicher Abschluss
Für die 14 neuen Ständigen Lektorinnen und Lektoren in Kärnten bildet die Beauftragung durch den Bischof auch den feierlichen Abschluss eines neunmonatigen Ausbildungskurses. Dessen inhaltlicher Schwerpunkte umfassten laut Diözese eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Bibel, die Leitung von Wortgottesdiensten und Segensfeiern, Methoden der Bibelarbeit, Predigterarbeitung und Weitergabe des Glaubens sowie die Erschließung liturgischer Handlungsfelder außerhalb des Kirchenraums.
Im Rahmen der Beauftragungsfeier am Freitag werden die Kandidatinnen und Kandidaten auch ein Lektionar, also das liturgische Buch mit den biblischen Lesungen der Liturgien im Kirchenjahr, erhalten. Zudem wird ihnen vom jeweils zuständigen Pfarrer ihr liturgisches Gewand, die Albe, übergeben.
Die Arbeitsbereiche der Ständigen Lektorinnen und Lektoren umfassen das Vortragen der Schrifttexte in der Liturgie, das Leiten von Wortgottesdiensten und Segensfeiern mit Predigterlaubnis, Verbreitung und Vertiefung des Wortes Gottes in der Pfarre, etwa bei Bibelgesprächen und Angeboten religiöser Bildung, die Pflege der Vielfalt liturgischer Feierformen sowie die Erschließung liturgischer Handlungsfelder auch außerhalb des Kirchenraums, etwa durch geistliche Impulse bei Veranstaltungen von Vereinen oder Andachten auf Berggipfeln.
Ferner koordinieren die Ständigen Lektorinnen und Lektoren in ihren Pfarren Lektorinnen und Lektoren ohne Beauftragung, Vorbeterinnen und Vorbeter, Wortgottesdienstleiterinnen und -leiter sowie Leiterinnen und Leiter von Segensfeiern. Die konkreten Tätigkeitsfelder in den jeweiligen Pfarren wurden mit den zuständigen Pfarrern bereits im Vorfeld der Beauftragungsfeier festgelegt.
Quelle: kathpress