
Pflegereform: Caritas begrüßt weitere Maßnahmen
Erfreut über die heute seitens der Bundesregierung bekannt gegebenen Maßnahmen für Verbesserungen im Bereich von Pflege und Betreuung hat sich die Caritas gezeigt. Die Zeit für eine große Reform im Pflegebereich dränge, so Caritas Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler. Um so mehr begrüße man die beschlossenen Maßnahmen: "Mit der Ausweitung der Pflegestipendien, Verbesserungen bei der Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen oder weiteren Entlastungen für pflegende Angehörige u.a. hat man an einigen Stellschrauben gedreht. Das ist anzuerkennen", so Tödling-Musenbichler.
Die Caritas-Präsidentin erinnerte in einer Aussendung am Mittwoch jedoch zugleich daran, dass der Pflegebereich weiterhin "Stückwerk" bleibe und weitere Schritte bzw. eine Gesamtreform notwendig seien. "Die Arbeitsbedingungen, Angebote und Kosten unterscheiden sich aktuell von Bundesland zu Bundesland, eine flächendeckende Versorgung ist nicht gesichert. Aktuell fehlen beispielsweise Jahr für Jahr 3.000 Fachkräfte im Bereich. Dieses Paket hilft da oder dort den Schmerz zu lindern, wirklich heilen kann es nicht". Notwendige weitere Maßnahmen wären ein österreichweit einheitlicher Personalschlüssel, eine Kampagne zur Bewerbung des Pflegeberufs und eine langfristige finanzielle Absicherung von Pflege und Betreuung.
Positiv bewertet die Caritas, dass sich durch das aktuelle Maßnahmenpaket Verbesserungen im Bereich der Personalgewinnung ergeben, beispielsweise durch die Ausweitung der Pflegestipendien. "Ausreichend Fachkräfte mit Diplom- oder Bachelorabschluss sind ein wesentlicher Faktor für das stabile System der Pflege und Betreuung, welches wir so dringend benötigen", betont Tödtling-Musenbichler in diesem Zusammenhang. Auch die Optimierung der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und die Senkung des Berufseintrittsalters auf 18 Jahre sei in diesem Zusammenhang zu begrüßen.
"All das sind Schritte, die bei fehlenden 3.000 Fachkräften im Jahr helfen, das Problem lösen werden sie nicht", heißt es in der Aussendung der Caritas. Gleiches gelte für die weitere Flexibilisierung bei der Ersatzpflege. Pflegende Angehörige können durch die Neuerung ab sofort tageweise eine sogenannte Ersatzpflege in Anspruch nehmen, bislang war dies nur über mehrere Tage hinweg möglich.
Am Mittwoch hatte die Bundesregierung nach dem Ministerrat fünf Punkte präsentiert, mit denen der Pflegebereich u.a. als Arbeitsfeld attraktiver und Standards vereinheitlicht werden sollen. Geschaffen werden soll etwa eine Kompetenzstelle für schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die Ersatzpflege für pflegende Angehörige soll auch tageweise nutzbar werden. Darüber hinaus sollen bundesweite Standards für Sozialbetreuungsberufe geschaffen und auch die Kompetenzen von Heimhilfen erweitert werden. Die Umsetzung wird hier über eine sogenannte 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Bundesländern erfolgen. Die notwendigen Beschlüsse im Nationalrat sollen noch vor dem Sommer erfolgen.
Quelle: kathpress