
Verband katholischer Publizisten will sich breiter aufstellen
Der Verband katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs (VKPÖ) will sich breiter aufstellen - quantitativ und inhaltlich. Die erst seit einer Woche im Amt befindliche neue Vorsitzende Sophie Lauringer formulierte es im Hinblick auf das 70-Jahr-Jubiläum des Verbands als Ziel, die Mitgliederzahl von derzeit 357 auf 400 zu erhöhen. Sie sei auch offen dafür, die interreligiösen Akzente aus der Zeit vor der Corona-Pandemie wieder aufzugreifen und womöglich zu intensivieren: Die Chefredakteurin der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" nannte hier als Beispiel einen Moschee-Besuch an einem der traditionellen Jours Fixes des Verbands. Diese dem Austausch der Mitglieder dienenden Treffen sollen, so Lauringer, die Bandbreite der nicht nur katholischen Verbandsmitglieder widerspiegeln.
Die 52-jährige Publizistin äußerte sich anlässlich der konstituierenden Sitzung des neugewählten Vorstands in einer aktuellen Folge des Religionspodcasts "Wer glaubt, wird selig". Dem Gremium gehören neben Lauringer und ihren Stellvertretern Golli Marboe und Wolfgang Machreich auch Paul Wuthe, Monika Resler, Franz Josef Rupprecht, Henning Klingen, Rosina Baumgartner, Simon Varga, Heiner Boberski, Renate Magerl, Marianne Waldhäusl, Rudolf Mitlöhner, Udo Seelhofer und Christopher Erben an.
Im Interview wies die Vorsitzende hin, dass der VKPÖ mit etlichen Serviceleistungen gerade auch für junge Kolleginnen und Kollegen punkten kann: Der ohnehin geringe Jahresmitgliedsbeitrag von 40 Euro entfällt für Medienschaffende unter 30 Jahren, für Mitglieder in der Familiengründungsphase gibt es Karenzermäßigungen. Zudem werden ein Presseausweis und der Zugang zu den Diensten der Nachrichtenagentur Kathpress geboten und Stipendien ausgeschrieben. Kommunikationsschienen sind der Newsletter "PUBLIcum" mit Medieninfos, Terminen, Recherchetipps und Job-Service sowie die neu gestaltete Website.
Befragt nach ihrer Einschätzung der religionsbezogenen Berichterstattung in Österreichs Medien sagte Lauringer, in vielen Redaktionen fehle es zunehmend an Expertise; eigene Abteilungen für dieses Thema seien - wohl auch aus Mangel an Ressourcen - zur Minderheit geworden. Auch wenn manchmal die Kritik überzogen sei, könne der Außenblick auf die Kirche durchaus bereichern. Über Unliebsames müssten aber auch kircheneigene Medien sachgemäß berichten, das sei eine Frage der Glaubwürdigkeit, sagte die Chefredakteurin des "Sonntag". Es liege an den Kirchenmedien, mit Themen und kreativen Zugängen in der profanen Öffentlichkeit zu punkten - als Beispiel nannte sie einen Beitrag über einen Priester, der Hobbyzauberer ist.
Nachfolgerin von Gabriele Neuwirth
Sophie Lauringer wurde am 19. Juni zur Nachfolgerin von Prof. Gabriele Neuwirth (76) an der Spitze des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten gewählt. Geboren wurde die seit 2021 als "Sonntag"-Chefredakteurin tätige Lauringer am 8. Juli 1971 in Wien. Ihre berufliche Karriere begann Ende der 1990er-Jahre im ersten Redaktionsteam von (damals) "Radio Stephansdom". 2002 wechselte sie zur Öffentlichkeitsarbeit der Salesianer Don Boscos und leitete dort von 2016 bis 2020 das Medienreferat. Zurück in der Erzdiözese Wien verantwortet sie seit drei Jahren die inhaltliche Ausrichtung der Print- und Onlineangebote der Wiener Kirchenzeitung.
(Website des Verbands: www.kath-publizisten.at; Podcast nachzuhören unter https://studio-omega-der-podcast.simplecast.com/episodes/164-sophie-lauringer-wir-mussen-mit-unseren-themen-uberzeugen)
Quelle: kathpress