
St. Pöltener Hippolytfest führt auf Spuren des Diözesanpatrons
Auf die Spuren des Heiligen Hippolyt können sich Interessierte am Sonntag in St. Pölten begeben. Anlässlich des Gedenktags des Stadt- und Diözesanpatrons, von dem sich auch der Name der Diözese und der niederösterreichischen Landeshauptstadt ableitet (Sancti Yppoliti), feiert Bischof Alois Schwarz um 10.30 Uhr eine Festmesse im Dom. Bis abends laden das Bischofshaus, das Stadtmuseum und das Museum am Dom zu Führungen und Ausstellungen ein.
Von 12 bis 13.30 Uhr findet der "Tag der offenen Tür" im Bischofshaus, bei dem unter anderem die barocke Prunktreppe und die Hauskapelle besichtigt werden können. Weiters gibt es stündlich exklusive Führungen auf den Dachboden des ehemaligen Hippolytklosters (Zählkarten erforderlich), zudem warten im Sommerrefektorium des Bistumsgebäudes Erfrischungen auf die Besucherinnen und Besucher. Technik-Liebhaber bekommen um 13.30 Uhr XR-Brillen präsentiert, mit denen eine virtuelle Zeitreise in das mittelalterliche St. Pölten erlebbar wird - mit Touren um 14 und 14.30 Uhr (Zählkarten).
Auch das Museum am Dom öffnet seine Türen. Zwischen 13 und 13.45 Uhr wird durch die Jahresausstellung "Schädelkult & Stiftstumult" mit Hippolyt-Schwerpunkt geführt, die Einblick in die 1.000-jährige Klostergeschichte gibt. Bereits um das Jahr 800 wurde das Kloster am Areal des heutigen St. Pöltner Domplatzes gegründet und mit den Reliquien des römischen Märtyrers Hippolyt ausgestattet. Eine zweite Ausstellung im Museum macht rund 2.000 Jahre christliche Kultur erlebbar, wie es auf der Webseite des Museums heißt.
Teil der Dauerstellung im Museum am Dom ist eine Christusfigur aus gebranntem Ton (Terrakotta), die 1949 im Mauerwerk der heutigen Bischofsgruft entdeckt wurde, wie die St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" (aktuelle Ausgabe) berichtet. Die 88 cm hohe Figur aus dem 14. Jahrhundert zeigt Jesus nicht als triumphierenden Sieger über den Tod, sondern als "Schmerzensmann", wie im Mittelalter üblich.
Von 13 bis 16 Uhr bietet das Museum am Dom auch ein eigenes Kinderprogramm mit Rätselrallye an. Weiters lädt das Stadtmuseum um 16 Uhr zu einer Führung durch die Ausstellung "Von Steinen & Beinen", die unter anderem Funde aus archäologischen Grabungen am Domplatz zeigt.
Der heilige Hippolyt wurde vermutlich um 170 n. Chr. im griechisch sprechenden Osten des römischen Reiches geboren. Er gilt als Schüler des heiligen Irenäus von Lyon und war einer der wichtigsten Kirchenväter seiner Zeit. Wahrscheinlich wirkte er ab 192 n. Chr. als Presbyter in Rom, wo er später Bischof wurde. 235 erlitt er auf Sardinien den Märtyrertod. Der Gedenktag des Heiligen ist der 13. August. Die Klostergründung St. Hippolyt im ausgehenden 1. Jahrtausend gilt als die Geburtsstunde des heutigen St. Pölten. Als einzige Landeshauptstadt Österreichs ist St. Pölten nach einem Heiligen benannt.
Quelle: kathpress