
102-Jährige älteste Pastoralassistentin der Erzdiözese Salzburg
Die 102-jährige Gertrude Kirchmair ist die älteste Pastoralassistentin der Erzdiözese Salzburg. Die gebürtige Kufsteinerin habe schon als solche gearbeitet, "als es diese Bezeichnung noch gar nicht gab", wird die Greisin in einem Artikel in der Kirchenzeitung "Rupertusblatt" (aktuelle Ausgabe) zitiert. "Man nannte uns Pfarrschwestern oder spezielle Referentinnen für dieses und jenes, erst später wurden wir dann offiziell vom Erzbischof gesendet und waren die Ersten mit dem Namen Pfarrassistentinnen", erinnerte sich die seit 11. August 102-jährige Kirchmair.
1974 wurde die Berufsbezeichnung Pastoralassistent bzw. Pastoralassistentin durch die Bischofskonferenz offiziell eingeführt. Das Jubiläum "50 Jahre Pastorale Berufe" ist der Anlass für den Bericht. Seit einem halben Jahrhundert arbeiten mehr als 300 Frauen und Männer in 66 verschiedenen Berufsbildern im pastoralen Dienst der Erzdiözese, kümmern sich somit in den Pfarren um das Leben der Gemeinde in all seinen Facetten oder arbeiten in den verschiedenen kategorialen Feldern: Sie begleiten Schülerinnen und Schüler, beraten in der Telefonseelsorge, betreuen Gefangene, besuchen Kranke oder kümmern sich um jene, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben.
Als "Pionierin" in diesem Berufsfeld wird Gertrude Kirchmair bezeichnet. Sie baute die Katholische Jungschar in Salzburg mit auf, war zwei Jahre lang Vorbereiterin für den Aufbau der Pfarre Taxham, leitete Gruppen, sammelte Spenden, gründete Witwen-, Frauen- und Senioren-Runden. "Schwester Trude" habe den pastoralen Dienst mit Leidenschaft und Leben erfüllt und im Sinn der heutigen Katholischen Frauenbewegung und Altenseelsorge gewirkt, hieß es. In den 1940er-Jahren war sie in Tirol sogar als Religionslehrerin tätig, weil "zu wenige hochwürdige Herren" dafür verfügbar waren, wie sie dem "Rupertusblatt" sagte. "Ich habe mir vertiefendes Wissen angeeignet und mit Priestern gesprochen, damit ich ja alles richtig mache."
Große Feier im Dom
Schon immer engagieren sich Frauen und Männer in der Seelsorge, als Folge der Entwicklungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch hauptamtlich. Katholikinnen und Katholiken können seither ihre Taufberufung und ihre Glaubensbegeisterung zu ihrem geistlichen Beruf machen. Sie absolvieren theologische Studien und pastorale Ausbildungen und werden durch den Ortsbischof in ihr kirchliches Amt gesendet. Österreichweit sind laut den letzten vorliegenden Zahlen aus dem Jahr 2022 insgesamt 1.414 Frauen und Männer als hauptamtliche Laien im pastoralen Dienst der Kirche tätig, in der Erzdiözese Salzburg 74 Frauen und 83 Männer.
Mitglieder der "Österreichischen Berufsgemeinschaften Pastorale Berufe" (ÖKoBI) aus ganz Österreich feiern ihr 50-Jahr-Jubiläum am Samstag, 14. September, in Salzburg. Erzbischof Franz Lackner, Referatsbischof Anton Leichtfried und Vertreterinnen und Vertreter der Seelsorgeämter und Pastoralinstitute werden an der Feier um 10.30 Uhr im Dom teilnehmen.
Quelle: Kathpress