
"Kirche in Not" fördert mehr als 1.600 Sommerlager weltweit
Mit fast zwei Millionen Euro fördert das weltweite katholische Hilfswerk "Kirche in Not" heuer mehr als 1.600 Sommerlager für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in 18 Ländern. Viele der Freizeiteinrichtungen befinden sich in kriegs- und konfliktgebeutelten Regionen wie Israel, Syrien, der Ukraine und dem Libanon. Sie sollen dazu dienen, dass "junge Menschen dem Leid für eine Weile entkommen und unbeschwerte Tage genießen können", wie die Hilfsorganisation am Mittwoch in Wien mitteilte.
Als "Leuchtfeuer der Hoffnung" bezeichnete Piotr Zelazko, Patriarchalvikar für die hebräischsprachigen Katholiken in Israel, die Ferienlager für junge Christinnen und Christen. Sie seien nicht nur für den sommerlichen Zeitvertreib da, sondern Orte, an denen ein Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl entstehe, das in einer turbulenten Welt oft fehle. "Hier können junge Menschen ihren Glauben und ihr kulturelles Erbe kennenlernen", so Zelazko. Im Westjordanland stehen die Sommerfreizeiten für rund 500 Kinder und junge Erwachsene ganz im Zeichen des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahrs des Gebets, wie "Kirche in Not" informierte.
Auch in der Ukraine stehen Camps für Waisenkinder, Kinder mit Behinderungen und Kinder von Binnenvertriebenen und Kriegsopfern zur Verfügung. Dort wird neben einer geistlichen Begleitung auch eine psychologische Betreuung angeboten. Maksym Rybukha, griechisch-katholischer Weihbischof von Donezk, hob bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von "Kirche in Not" im deutschen Königstein im Taunus hervor, dass die Kinder und Jugendlichen derzeit nicht die Möglichkeit hätten, "ein normales Leben zu führen". Die Ferienlager böten die Gelegenheit, Kraft zu schöpfen.
44 Sommerlager in Syrien
In Syrien wird die größte Zahl der Sommerlager von "Kirche in Not" unterstützt. In insgesamt 44 Camps stehen neben Spielen und Sport auch pastorale Aktivitäten im Mittelpunkt der Freizeitgestaltung. Die Sommerlager bieten für mehr als 75.000 Kinder Platz. Die Erfahrungen, die sie in der Gemeinschaft erleben, sollen ihnen helfen, "sich stärker in ihrer Heimat zu verwurzeln". Dazu ein Pfadfinderleiter: "Wenn wir die Mentalität der Generation nicht ändern, werden wir mit Sicherheit eine Generation ohne Ideale und Träume haben. Das wird dazu führen, dass sie in Zukunft das Land verlassen werden."
Im Nachbarland Libanon ermöglicht "Kirche in Not" rund 60.000 Teilnehmenden den Besuch eines Sommercamps. Aufgrund der Wirtschaftskrise im Land können sich viele Familien sonst kaum noch Aktivitäten leisten, so das Hilfswerk. Auch Tagescamps für libanesische Waisenkinder und jugendliche Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak können durch die Unterstützung des Hilfswerks stattfinden.
Auch in Armenien fördert "Kirche in Not" Sommerlager, die von den Schwestern der Unbefleckten Empfängnis geleitet werden. Das Camp sei für die Kinder "das am meisten erwartete Ereignis des Jahres", wird die Oberin des Ordens, Schwester Arousiag Sajonian, in der Aussendung zitiert. In diesem Jahr nehmen über 800 junge Menschen teil, darunter auch Waisen und Kinder aus Familien, die seit der Besetzung von Bergkarabach durch Aserbaidschan im September 2023 gewaltsam vertrieben wurden und in das armenische Kernland geflohen sind. "Wir hoffen, die Traumata der jungen Menschen zu lindern und ihre Tage in einer sicheren Umgebung zu verschönern", so Arousiag.
Das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" wurde 1947 gegründet und leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christinnen und Christen, die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden. (Info: www.kircheinnot.at)
Quelle: kathpress