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Katholische Männerbewegung unterstützt Initiative 'Nur Ja heißt Ja'
Bündnis 8. März

Katholische Männerbewegung unterstützt Initiative "Nur Ja heißt Ja"

KMBÖ-Vorsitzender Karl Toifl: "Es braucht noch mehr Schutz für Opfer von sexualisierter Gewalt" - kfbö-Vorsitzende Ritter-Grepl: "Wo Frauen erniedrigt, geschlagen oder in Angst leben müssen, ist auch das Antlitz Gottes entstellt"

24.11.2025

Die Katholische Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) spricht sich anlässlich der internationalen Aktionstage "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" (25. November bis 10. Dezmeber) für eine Reform des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip "Nur Ja heißt Ja" aus. KMBÖ-Vorsitzender Karl Toifl betonte, viele Frauen seien weiterhin sexueller Gewalt ausgesetzt, obwohl sich der rechtliche Rahmen in den vergangenen Jahrzehnten verbessert habe "Wir sind zutiefst betroffen, dass viele Frauen in unserem Land noch immer von Männern zu sexuellen Handlungen gezwungen oder genötigt werden", so Toifl in einer Aussendung. Auch die Katholische Frauenbewegung Österreich mahnte umfassende Maßnahmen, ausreichende Ressourcen, einheitliche Standards und ein klares Bekenntnis der Politik ein.

 

"Es braucht offensichtlich noch mehr Schutz für Opfer von sexualisierter Gewalt", erklärte Toifl. Die KMBÖ unterstützt daher die Forderung, das Zustimmungsprinzip im Sexualstrafrecht zu verankern. Derzeit müsse eine betroffene Person einer sexuellen Handlung ausdrücklich widersprechen, damit ein Übergriff strafrechtlich verfolgt werden könne. Frauen, die durch Gewalt, K.-o.-Tropfen oder eine Schockstarre handlungsunfähig würden, seien dadurch aber unzureichend geschützt.

 

"Wir wünschen uns ein Vorgehen gegen sexualisierte Gewalt und für eine Gesellschaft, in der Konsens an erster Stelle steht", meinte der KMBÖ-Vorsitzende und rief die Abgeordneten im Nationalrat auf, mit ihrer Zustimmung zur Gesetzesinitiative den Schutz vor Gewalthandlungen zu erhöhen.

 

Sexualisierte Gewalt sei zudem mit einem christlichen Menschenbild unvereinbar, betonte Toifl weiter. Sexualität sei Ausdruck von Beziehung und gegenseitigem Einverständnis. Und weiter: "Das müssen alle Männer akzeptieren und dafür setzen wir uns auch in unserer alltäglichen Arbeit mit Männern ein."

 

Katholische Frauenbewegung mahnt umfassende Maßnahmen ein

 

Zum Auftakt der "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" erinnerte auch die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) an die unverändert hohe Zahl an Gewalttaten gegen Frauen. "Gewalt an Frauen ist kein Schicksal und keine Privatsache, sie ist eine strukturelle Realität, die unsere gesamte Gesellschaft betrifft", stellte dazu kfbö-Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl klar. Bis Mitte September 2025 wurden in Österreich elf Frauen von Partnern oder Ex-Partnern getötet. Jede dritte Frau habe seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.

 

"Als Christinnen wissen wir, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Wo Frauen erniedrigt, geschlagen oder in Angst leben müssen, ist auch das Antlitz Gottes entstellt. Eine Kirche, die diesen Anspruch ernst nimmt, muss an der Seite der Frauen stehen, laut, klar und unüberhörbar", so Ritter-Grepl. Die kfbö rief dazu auf, in Pfarre, Familie und Öffentlichkeit Haltung zu zeigen, Betroffenen zuzuhören und die Arbeit von Frauenhäusern und Unterstützungseinrichtungen zu stärken. Glauben bedeute auch Verantwortung, so die Frauenbewegung.

 

Zahlreiche Veranstaltungen

 

Mehrere Diözesen beteiligen sich mit Veranstaltungen an der Kampagne. In Innsbruck lädt die kfb am 24. November (19.30 Uhr) zu einem Abendgebet für Opfer von Femiziden in die Krypta des Doms St. Jakob ein. Zudem wird der Fall der französischen Gewaltüberlebenden Gisèle Pelicot im Rahmen eines Vortragsabends im Innsbrucker Haus der Begegnung thematisiert (9. Dezember, 19 bis 21 Uhr).

 

In Linz macht eine Kunstaktion auf der Nibelungenbrücke auf Gewaltverbrechen an Frauen aufmerksam. Frauen stellen dabei sich in weißen Kutten auf - jeweils stellvertretend für eine im Jahr 2024 ermordete Frau. Die Aktion des Bündnis 8 - an dem sich u.a. die kfb OÖ und das Linzer diözesane Haus der Frau beteiligen - fordert bessere Finanzierung von Frauenhäusern, verpflichtende Präventionsprogramme sowie Sensibilisierung in Bildungs- und Sicherheitsinstitutionen.

 

In Villach setzt die Kampagne "Orange the World" sichtbare Zeichen im Stadtraum. Sieben Frauenskulpturen der Künstlerin Ulrike Schwager machen auf Gewalt an Frauen aufmerksam. Die Statuen befinden sich ua. in der Katholischen Pfarre Villach Sankt Jakob, im Schaufenster des Katholischen Jugendzentrums Sankt Jakob und in der Evangelischen Kirche im Stadtpark. Begleitend finden eine Ausstellung des Soroptimist Clubs im Dinzlschloss sowie ein Lichtermarsch am 25. November statt.

 

Caritas Kärnten betont Bedeutung von Täterarbeit

 

Die Caritas Kärnten weist im Rahmen der Kampagne auf die Bedeutung opferschutzorientierter Täterarbeit hin. Seit 2021 betreibt sie die Beratungsstelle für Gewaltprävention. 2024 wurden in Kärnten mehr als 750 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen. Männer zeigten zunehmende Bereitschaft, auch über verpflichtende Einheiten hinaus an ihrem Verhalten zu arbeiten, erklärte Berater Karlheinz Weidinger.

 

Ziel der Täterarbeit sei es, gefährliche Situationen zu stabilisieren, Gewalt zu reduzieren und die Sicherheit von Frauen und Kindern zu stärken. Die Caritas arbeitet dabei eng mit Gewaltschutzeinrichtungen zusammen. Denn: Gewaltprävention wirke nur, wenn Opferschutz und Täterarbeit ineinandergreifen, betonte Weidinger.

 

Auch der Orden der Barmherzigen Brüder verstärkt seine Bemühungen für Opferschutz und Gewaltprävention im Zuge von "Orange the World". Im Rahmen der internationalen Kampagne wird Sabine Sramek gemeinsam mit ihrem Team am 10. Dezember bei der Abschlussveranstaltung im Festsaal der Barmherzigen Brüder Kritzendorf ein neues Gewaltpräventionskonzept vorstellen. Dieses Konzept soll das Bewusstsein für Gewaltprävention weiter stärken und einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Sicherheit aller in der Einrichtung leisten, hieß es.

 

 

Quelle: kathpress

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