Marketz: Menschenrechte als gemeinsame Grundlage nicht relativieren
Die bleibende Bedeutung der Menschenrechte hat der Kärntner Bischof Josef Marketz in seinem Adventhirtenbrief zu Beginn der Vorweihnachtszeit betont. Die Menschheitsfamilie habe nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts "im Geist der Heiligen Schrift" mit den Menschenrechten ein gemeinsames Fundament geschaffen. "Wir sollten sie nicht hinterfragen oder gar relativieren", so Marketz. Denn: Frieden beginne dort, "wo wir bereit sind, unser Denken und Handeln zu verändern" und könne nur dort wachsen, "wo jeder Mensch geachtet wird".
Der biblischen Vision des Propheten Jesaja - Schwerter werden zu Pflugscharen umgeschmiedet, Lanzen zu Winzermessern und man hört auf, für den Krieg zu üben - stellt Marketz den weltweit steigenden Rüstungsausgaben gegenüber. Angesichts aktueller Konflikte seien Christinnen und Christen besonders gefordert, Wege des Friedens frei zu machen und eine Haltung einzuüben, die auf Achtung und Gerechtigkeit zielt.
Seinen Friedensappell verbindet Marketz mit einem Plädoyer für synodale Haltungen in der Kirche. Zuhören, Rücksichtnahme und der Blick auf jene, "die sonst kaum zu Wort kommen", seien Grundlagen für ein glaubwürdiges kirchliches wie gesellschaftliches Miteinander. Erfahrungen aus dem Heiligen Jahr sollten Gemeinden ermutigen, Orte des Friedens und der Anteilnahme zu werden.
Advent: Innen und Außen wahrnehmen
Auch der Feldkircher Bischof Benno Elbs rückt in seinem Hirtenwort den inneren Zugang zum Advent in den Mittelpunkt. Es könne leicht geschehen, dass man die Wochen vor Weihnachten nur "äußerlich" erlebe, schreibt er. Termine und Verpflichtungen ließen den Alltag "manchmal blass und eintönig" erscheinen. Der adventlichen Zeit begegne man jedoch anders, wenn man sie "von innen" wahrnehme, also "mit den Augen des Glaubens". Große biblische Texte und Lieder begleiteten diese innere Ausrichtung und führten in eine Haltung des Staunens.
Als Beispiel nennt Elbs den Propheten Joël im Alten Testament, der nach Berichten von Not und Verwüstung jene Wende beschreibt, die Gottes "Leidenschaft für sein Volk" ermöglicht. Diese Zuwendung Gottes zeige sich in besonderer Weise in den Armen, betont Elbs unter Verweis auf das Schreiben Dilexi te von Papst Leo XIV., in dem Bedürftige als "Fleisch Christi" bezeichnet werden.
Elbs erinnert zudem an die Adventsammlung "Bruder und Schwester in Not", deren Schwerpunkt heuer auf Projekten für Kinder und Jugendliche in Ostafrika liegt. "Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass sie geschützte Räume finden, in denen Bildung und Vertrauen wachsen können", schreibt der Bischof.
Quelle: Kathpress
