
Grazer Bischof Krautwaschl zu Solidaritätsbesuch im Heiligen Land
Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl ist zu einem mehrtägigen Solidaritätsbesuch im Heiligen Land eingetroffen. Zum Auftakt feierte er am Abend des Neujahrstages im Österreichischen Pilger-Hospiz in Jerusalem den Gottesdienst zum kirchlichen Weltfriedenstag (1. Jänner). Bis 5. Jänner sind Begegnungen mit dem Jerusalemer Patriarchen Kardinal Pierbattista Pizzaballa und dem Vatikan-Botschafter im Heiligen Land, Erzbischof Adolfo Tito Yllana, geplant. Bischof Krautwaschl wird auch die Gedenkstätte für die Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel vom 7. Oktober 2023 auf dem Gelände des Nova-Festivals im Süden Israels besuchen. Zu den weiteren Stationen der Solidaritätsreise zählt eine vom Grabesritterorden unterstützte Schule in der Stadt Bait Sahur östlich von Bethlehem im Westjordanland.
In seiner Predigt am Neujahrstag in der Hauskapelle des Pilger-Hospizes in der Altstadt von Jerusalem erinnerte Krautwaschl an die große Sehnsucht nach Frieden unter den Menschen, gerade auch im Heiligen Land. Im "gemeinsamen Haus" der Staaten und Völker der Erde fehle es an Miteinander, beklagte der österreichische Bischof; zu oft stünden Machthierarchien und das eigene Wohl im Vordergrund.
Religiöse Gewalt "eine Blasphemie"
Christen seien zur Solidarität gerufen, fügte Krautwaschl hinzu; nach dem Vorbild Jesus müssten sie sich auf alle Menschen einlassen und so den Weg zum Frieden ebnen. Mit Worten von Papst Leo XIV. aus dessen Botschaft zum Weltfriedenstag 2026 bezeichnete der Grazer Bischof religiöse Gewalt als "eine Blasphemie, die den heiligen Namen Gottes verdunkelt" und rief Gläubige auf, dieser Entwicklung mit einem glaubwürdigen Leben und einem intensiven ökumenischen und interreligiösen Dialog entgegenzutreten.
Während seines fünftägigen Solidaritätsbesuchs wird Bischof Krautwaschl von einer kleinen Delegation aus der Diözese Graz-Seckau begleitet. Unter anderem wird die Gruppe auch Gottesdienste in der Geburtskirche in Betlehem sowie der Grabeskirche und der deutschsprachigen Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem feiern.
Quelle: kathpress