
St. Pölten: Diözese feierte Jubiläum 80 Jahre "Kirche bunt"
Mit einem Festgottesdienst im St. Pöltner Dom hat die diözesane Kirchenzeitung "Kirche bunt" am Sonntag ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Dem Gottesdienst stand Bischof Alois Schwarz vor. Er würdigte die Zeitung, die am 1. Jänner 1946 unter dem damaligen Titel "Kirchenblatt für die Diözese St. Pölten" erstmals erschienen war, als wichtige Kraft des Glaubens und des Guten in der Kirche: "Unsere 'Kirche bunt' verkündet evangeliumsstark, was und wer unser Gott für uns Menschen und unsere Welt ist", so Schwarz. In einer Welt voller Angst und Sehnsucht nach Heil schaffe "Kirche bunt" einen "Raum der Nachdenklichkeit, aber auch der Hoffnung und geistlichen Vertiefung jenseits von Schlagzeilen und Kurzinformationen" und verbinde Menschen, statt sie zu trennen.
Ausdrücklich dankte Bischof Schwarz bei dem Gottesdienst dem Herausgeber, Generalvikar Christoph Weiss, der Chefredakteurin Sonja Planitzer und der gesamten Redaktion für ihre Arbeit: "Unsere Kirchenzeitung heißt 'Kirche bunt' und nicht 'Kirche schwarz-weiß', so heißen bei uns der Bischof und der Generalvikar", scherzte Schwarz. "Kirche bunt" zeige die Vielfalt des Lebens nicht in Einseitigkeit, sondern in Vielfalt und mit einem Ausblick in die Zukunft.
Dankbar zeigte sich in ihrer Ansprache zum Jubiläum auch Chefredakteurin Planitzer, die die Zeitung seit 2016 leitet. Sie erinnerte u.a. an die beiden langjährigen Schriftleiter bzw. Herausgeber, Franz Willinger und Prälat Josef Eichinger. Sie hätten in ihrer jeweiligen Zeit die Zeitung wesentlich geprägt und "zu einem echten Erfolgsprojekt" ausgebaut, so dass "Kirche bunt" heute als "eine der erfolgreichsten Kirchenzeitungen Österreichs" dastehe.
Zugleich dankte Planitzer den tausenden Leserinnen und Lesern bzw. Abonnenten, durch deren Treue "Kirche bunt" bis heute bestehe. Die Medienlandschaft befinde sich in einem großen Umbruch, Lesegewohnheiten würden sich weiter verändern, und "auch wir Kirchenzeitungen sind mit diesen Umbrüchen konfrontiert". Darauf habe auch "Kirche bunt" bereits reagiert, etwa in Form einer digitalen Präsenz, einer eigenen App und Aktivitäten in den sozialen Medien. Außerdem seien inzwischen alle Ausgaben seit 1946 vollständig digitalisiert. Sie würden demnächst exklusiv den Abonnentinnen und Abonnenten online zur Verfügung stehen, kündigte Planitzer an.
Im Anschluss des Festgottesdienstes waren alle Mitfeiernden zu einer Agape im Sommerrefektorium eingeladen.
Bewegte Geschichte
Erstmals erschienen ist das Blatt am 1. Jänner 1946 unter dem Titel "Kirchenblatt für die Diözese St. Pölten". Es war die einzige Kirchenzeitung Österreichs, die ausschließlich in der russischen Besatzungszone redigiert, gedruckt und verbreitet wurde. Die Startauflage von 15.000 Exemplaren war bald vergriffen; innerhalb weniger Wochen stieg sie auf 45.000 Stück. Mit dem Aufbau der Kirchenzeitung war der damalige Ordinariatssekretär Franz Willinger - seit 1958 auch Obmann des Pressvereins und damit Herausgeber der "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) - betraut worden. 1972 wurde die Zeitung in "Kirche bunt" umbenannt.
1983 folgte Prälat Josef Eichinger Franz Willinger als Herausgeber der NÖN, und als Franz Willinger 1985 starb, übernahm Prälat Eichinger auch die Aufgabe als Herausgeber von "Kirche bunt". Gemeinsam mit Josef Wessely als Chef vom Dienst leitete der ehemalige Religionspädagoge und -inspektor Eichinger "Kirche bunt" bis zu seinem Tod am 16. Dezember 2015. Als Herausgeber folgte ihm Prälat Eduard Gruber in seiner Funktion als Generalvikar. Am 1. Jänner 2021 ging dieses Amt auf den neuen Generalvikar Christoph Weiss über. Die Leitung der Redaktion hat seit der Pensionierung von Wessely im April 2016 Sonja Planitzer inne.
In den folgenden Jahrzehnten setzte die Redaktion verstärkt auf zeitgemäße Gestaltung und neue Produktionsformen. In den 1980er-Jahren wurde vom Tief- auf den Offsetdruck umgestellt, ab 1990 erhielt die Redaktion Computer. 2013 wurde das Erscheinungsbild von "Kirche bunt" überarbeitet und erhielt ein klareres Layout sowie u. a. größere und leichter lesbare Schriften. Seit 2016 ist "Kirche bunt" online präsent und in sozialen Netzwerken vertreten, seit 2020 auch als E-Paper und App verfügbar. Seit 2023 sind sämtliche Online-Beiträge zusätzlich über eine Vorlesefunktion abrufbar. Ebenfalls 2023 wurde auf ein vollständig recyclingfähiges Papier und ein umweltschonendes Druckverfahren umgestellt. Die Druckauflage liegt heute bei knapp unter 20.000 Exemplaren.
Quelle: Kathpress