Salzburg/Bayern: Kirchen laden zu grenzüberschreitender Bibelwoche
Bereits zum vierten Mal veranstalten die christlichen Kirchen in Salzburg und den angrenzenden Regionen Bayerns eine ökumenische Bibelwoche. Bei der Initiative, die sich über den Zeitraum vom 17. bis 25. Jänner erstreckt, soll die Bibel grenzüberschreitend als zentrales Zeugnis des christlichen Glaubens in den öffentlichen Fokus gerückt werden, ist einer Aussendung vom Mittwoch zu entnehmen.
Im Mittelpunkt der Bibelwoche steht die Auseinandersetzung mit der biblischen Botschaft von Frieden, Gerechtigkeit und der Verantwortung für die Schöpfung. Gleichzeitig wird auch auf die historische Ambivalenz verwiesen: In der Geschichte sei die Bibel nicht nur Quelle spiritueller Orientierung gewesen, sondern auch zur Rechtfertigung von Gewalt herangezogen worden. Daraus ergebe sich die fortwährende Aufgabe, biblische Texte im Geist der Liebe Gottes zu lesen und im Alltag verantwortungsvoll umzusetzen.
Die ökumenische Bibelwoche versteht sich als Beitrag zum öffentlichen Dialog in einer pluralen Gesellschaft. Sie lädt dazu ein, über Bedeutung und Wirkung der biblischen Heilsbotschaft Rechenschaft abzulegen. Zu diesem Zweck wurden auf der Website der Bibelwelt Salzburg unterschiedliche Veranstaltungsformate gesammelt, darunter Konzerte, Gesprächsabende und offene Bibelkreise. Diese Beispiele sollen Impulse für eigene Initiativen vor Ort geben.
Ein zentraler Programmpunkt ist der ökumenische Gottesdienst am 24. Jänner um 14.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Bad Reichenhall. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer christlicher Kirchen - aus Salzburg der evangelische Pastor Meinhardt von Gierke, der katholische Regionaldechant Alois Rupert Dürlinger und die methodistische Pastorin Dorothee Büürma, aus Bayern der evangelische Pfarrer Florian Herrmann und der katholische Dekan Markus Moderegger - haben ihre Teilnahme zugesagt.
Bibel-Initiative seit 2022
Die ökumenische Bibelwoche wird seit 2022 auf Initiative der Bibelwelt Salzburg durchgeführt. Sie verbindet den seit 1982 bestehenden deutschen Bibelsonntag mit dem römisch-katholischen "Sonntag des Wortes Gottes", der 2020 eingeführt wurde. Ziel ist es, die Bibel sowohl als Glaubensbuch als auch als prägendes Werk der westlichen Kultur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rufen.
Die Bibelwoche steht unter der Patronanz von Erzbischof Franz Lackner, Superintendent Olivier Dantine, Regionalbischof Thomas Prieto Peral und Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg. Unterstützt wird sie vom Ökumenischen Arbeitskreis Salzburg mit Vertreterinnen und Vertretern der altkatholischen, römisch-katholischen, evangelischen, evangelisch-methodistischen und rumänisch-orthodoxen Kirche.
Die Bibel zählt zu den einflussreichsten Schriften der Weltgeschichte und ist zugleich Gegenstand unterschiedlicher theologischer Auslegungen. Sie liegt vollständig in 769 Sprachen und in Teilen in mehr als 3.800 Sprachen vor. Nach den Worten der Bibelwelt Salzburg, die die Initiative koordiniert, bleibt sie als "Wort Gottes in Menschenworten" eine bleibende Herausforderung für Kirchen und christliche Gemeinschaften.
Quelle: Kathpress
