
Heiligenkreuz: Festakademie für Religionsphilosophin Gerl-Falkovitz
Anlässlich der Emeritierung und des 80. Geburtstags der Religionsphilosophin Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz veranstaltet die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz am Samstag eine Festakademie. Die Veranstaltung steht unter dem Titel "Die Heiligkeit des Intellekts. Zum Spielraum zwischen Vernunft und Glaube" und beginnt um 9 Uhr im Kaisersaal des Stiftes Heiligenkreuz. Die Hochschule würdigt damit das langjährige Wirken von Gerl-Falkovitz in Forschung und Lehre. Die Festakademie wird auch live über den Online-Kanal der Hochschule übertragen.
Nach der Begrüßung und Grußworten durch den Großkanzler der Hochschule, Abt Maximilian Heim, folgen am Vormittag mehrere Fachvorträge, u.a. von Rektor Wolfgang Klausnitzer, dessen Vorgänger P. Karl Wallner und Forschungsdekan Wolfgang Buchmüller. Die Beiträge befassen sich unter anderem mit dem Verhältnis von Vernunft und Offenbarung, der Enzyklika Fides et Ratio, Fragen von Schöpfung und Erlösung sowie mit der Arbeit des Europäischen Instituts für Philosophie und Religion (EUPHRat).
Nach der Mittagspause hält Prof. P. Kosmas Thielmann um 14.30 Uhr die Laudatio "Wahrheit des Denkens: Zur Verortung von Vernunft und Gnade". Um 15.30 Uhr spricht Gerl-Falkovitz ihre Abschiedsvorlesung zum Thema "Athen und Jerusalem: Natürliche Gotteserkenntnis und übernatürliche Offenbarung". Den Abschluss bilden um 16.45 Uhr eine Heilige Messe in der Kreuzkirche sowie ein Empfang in der Hochschule.
Gerl-Falkovitz, geboren am 23. November 1945 im oberpfälzischen Oberwappenöst, promovierte 1971 und habilitierte sich 1979 an der Universität München. Nach Lehrtätigkeiten an mehreren Universitäten hatte sie von 1993 bis 2011 den Lehrstuhl für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden inne. Seit 2011 leitet sie das Europäische Institut für Philosophie und Religion (EUPHRat) an der Hochschule Heiligenkreuz. Sie war auch Teil des deutschen Synodalen Weges, legte ihr Mandat jedoch im Februar 2023 nieder.
Zu Gerl-Falkovitzs Forschungsschwerpunkten zählen die Religionsphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts, die Phänomenologie und Anthropologie der Geschlechter, sowie insbesondere Edith Stein und Romano Guardini. Sie ist Mitherausgeberin der 28-bändigen Gesamtausgabe der Werke Steins und der 29-bändigen italienischen Guardini-Gesamtausgabe (Opera omnia, Morcelliana, Brescia). Ein wichtiges Thema ist auch die Phänomenologie der Gnade, der sie eine eigene Monographie ("Verzeihung des Unverzeihlichen?") widmete.
Für ihre wissenschaftliche Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Premio Internazionale Cultura Cattolica (2018), dem Edith-Stein-Preis (2019), dem Josef-Pieper-Preis (2019), dem Kardinal-Bea-Preis (2021), dem Joseph-Ratzinger-Preis (2021) sowie dem Päpstlichen Silvesterorden (2023). Zu ihrem Geburtstag erschien kürzlich auch die Festschrift "Leid-Lösung-Spiel", herausgegeben von Beate Beckmann-Zöller und René Kaufmann.
Quelle: Kathpress