
Marketz: Mit neuer Superintendentin Ökumene vertiefen
In einem feierlichen Gottesdienst wurde die neue Superintendentin der Evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol, Andrea Mattioli, am Samstag, 31. Jänner, durch Bischöfin Cornelia Richter in ihr Amt eingeführt. Der katholische Bischof von Gurk, Josef Marketz, äußerte bei der Feier Segenswünsche und würdigte die ökumenische Zusammenarbeit der beiden Kirchen in Kärnten: Sie sei "von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und einem gemeinsamen Zeugnis für Christus geprägt", dass dieser gute Weg werde auch unter der Leitung Mattiolis "weitergeführt und vertieft", so Marketz.
In seinem Grußwort nahm der Bischof Bezug auf die aktuelle "Zeit gefährlicher Spaltungstendenzen", die Kirche und Gesellschaft gleichermaßen herausforderten. Dem könnten Christinnen und Christen entgegenwirken im Bemühen um Einigkeit. Am Ende der Gebetswoche für die Einheit der Christen äußerte Marketz Zuversicht, "dass wir dieses Eins-Sein mit aller Verschiedenheit in Theologie, Liturgie, Feierkultur gut leben können und dass gerade diese Einigkeit von vielen Menschen als wichtiges Zeichen für Einheit, für Frieden, Versöhnung und Dialogbereitschaft hochgeschätzt wird". Marketz plädierte für gemeinsames Eintreten der Kirchen für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Andrea Mattioli folgt auf den langjährigen Superintendenten Manfred Sauer, der in Pension trat. In der evangelischen Superintendenz Kärnten und Osttirol ist sie die erste Frau in diesem Leitungsamt. In ihrer Predigt betonte Mattioli den Wert christlicher Gemeinschaft, die sich nicht mehr automatisch, "weil das immer so war", ergebe, sondern vielmehr aus bewusster Entscheidung: "Ich gehöre dazu, weil ich erkannt habe, dass es mir guttut, dass ich mich für die Gemeinschaft, den Weg mit Gott entschieden habe."
Diese Gemeinschaft halte "die Hoffnung aufrecht, den Glauben lebendig, die Liebe wach". Das brauche es dringend in einer Zeit, "in der sich die Welt wieder aufzuspalten droht und in Ost und West unberechenbare Machthaber sitzen".
Bischöfin Richter: Sprache, die verbindet
Damit Menschen sich über ihren Glauben, Gott und die Welt austauschen können, müssen sie eine gemeinsame Sprache finden, erklärte Bischöfin Cornelia Richter bei der Amtseinführung. Mattioli, die als Deutsch-Italienerin in Württemberg aufwuchs und sich 2019 mit ihrem Mann und ihren drei Kindern für Kärnten als Lebensmittelpunkt entschied, bringe beste Voraussetzungen dafür mit. Richter sagte zur neuen Superintendentin: "Ich bin gewiss, dass Du mit Deiner Glaubenssprache, mit Deiner theologischen Expertise und mit Deiner den Menschen zugewandten Freundlichkeit diese Superintendentur gut leiten wirst."
Auch Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierte der neuen Superintendentin und würdigte die "einzigartige" Kooperation zwischen Kirchen und Politik in Kärnten. Angesichts der schwierigen geopolitischen Lage sei es umso wichtiger, dass "im Kleinen" jene Kräfte zusammenarbeiten, die Humanität, Toleranz und das Miteinander ins Zentrum stellen. Gemeinsam gelte es, der Entsolidarisierung entgegenzuwirken und darauf zu achten, "dass niemand zurückbleibt".
Quelle: kathpress