
Mönche von St. Lambrecht verabschieden ältesten Mitbruder
Der Linzer Altbischof Maximilian Aichern wird im steirischen Benediktinerstift St. Lambrecht seine letzte Ruhestätte finden. Nach den Trauerfeierlichkeiten in Linz am Samstag, 7. Februar, wird der Sarg mit der sterblichen Hülle Aicherns in sein Heimatkloster überstellt. Dort wird der Leichnam von Abt Alfred Eichmann und den Mitbrüdern empfangen und in die Stiftskirche geleitet. Man nehme mit großer Dankbarkeit Abschied vom ältesten Mitbruder, der vor beinahe 72 Jahren als Novize eingekleidet wurde, hielten der Abt und der gesamte Konvent am Montag fest.
Maximilian Aichern sei seit seinem Eintritt ins Kloster - auch während seiner aktiven Zeit als Linzer Diözesanbischof und in den Jahren als Emeritus - auf engste Weise mit dem Konvent und dem Leben im Stift St. Lambrecht sowie in Mariazell verbunden geblieben. Bis zuletzt habe Aichern aufmerksam die Entwicklungen in der Gemeinschaft von St. Lambrecht verfolgt und begleitet, "sein Zeugnis echter Freude und zuversichtlicher Hoffnung haben uns immer ermutigt und gestärkt".
Am Sonntag, 8. Februar, wird Bischof Aichern ab 11.30 Uhr in der Stiftskirche St. Lambrecht aufgebahrt. Am Montag, 9. Februar, wird um 14 Uhr ein vom Abtpräses der Benediktiner, Johannes Perkmann, geleitetes Requiem in der Stiftskirche gefeiert. Danach folgt die Einsegnung durch den Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und die Beisetzung in der Äbtegruft der Stiftskirche unter der Leitung von Abt Alfred Eichmann.
Benediktinische Bescheidenheit
Sehr persönliche Worte des Gedenkens hat am Montag auch der Linzer Generalvikar Severin Lederhilger formuliert. Was ihn in der Zusammenarbeit mit Bischof Maximilian besonders beeindruckte, "war seine benediktinische Bescheidenheit, seine geduldige Hörfähigkeit, mit der er unvoreingenommen auf verschiedenste Leute zugehen konnte, sowie seine hohe Aufmerksamkeit für soziale und individuelle Anliegen, wodurch er sich an fast alle, die ihm begegneten, namentlich und in der Sache erinnerte".
"Verkünde das Evangelium und lehre Kirchenrecht, aber in dieser Reihenfolge!" - Mit diesen Worten habe ihn - Lederhilger - Bischof Aichern als jungen Priester in die Pfarre und dann zum Studium nach Rom geschickt. Aicherns pastoral-praktische Maxime habe er im Dienst für die Diözese stets zu beherzigen gehabt, denn Aichern "selbst lebte sie vor in seinem sorgsamen Hirtenamt als Bischof für alle Menschen", so der Linzer Generalvikar.
"Pro Oriente" würdigt Aichern
Die Stiftung "Pro Oriente" hat am Montag in einer Aussendung u. a. das "herausragende ökumenische Engagement" von Bischof Maximilian Aichern gewürdigt. Aichern hat als Bischof von Linz im Oktober 1987 die bis heute im gesamten Bundesland Oberösterreich aktiv wirkende Linzer Sektion der Stiftung errichtet. Als einer der entscheidenden Protagonisten sei er zudem maßgeblich an der Entstehung und Verabschiedung des Sozialworts des Ökumenischen Rates der Kirchen Österreichs im Jahr 2003 beteiligt gewesen, hielten "Pro Oriente"-Präsident Clemens Koja und der Linzer Pro Oriente-Obmann Josef Pühringer fest.
Sie erinnerten zudem daran, dass Aichern 2018 in Würdigung seines unermüdlichen Einsatzes für das gemeinsame Zeugnis der Christinnen und Christen in der Welt von heute, für eine sozial gerechte Gesellschaft und für mehr Menschlichkeit in Gesellschaft und Kirche, sowie auch zwischen den Kirchen, die Ehrenmitgliedschaft im Kuratorium von "Pro Oriente" verliehen wurde.
Quelle: kathpress