
Mandl: Salesianer Don Boscos aus Entwicklungshilfe "nicht wegzudenken"
Auf die tragende Rolle des katholischen Salesianerordens in der Entwicklungs- und Jugendarbeit hat EU-Parlamentarier Lukas Mandl (ÖVP) hingewiesen. "Die Salesianer Don Boscos sind weltweit eine nicht wegzudenkende Stütze in der Entwicklungshilfe, ganz besonders in der Bildungsarbeit und im Brückenbau zwischen westlicher Welt und Entwicklungsländern", sagte der Abgeordnete bei einer Begegnung mit dem neuen Leiter der weltweiten Jugendarbeit des Ordens, Pater Rafael Bejerano Rivera, mit Vertretern aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Medien in Wien.
Bejerano stammt aus Kolumbien und gehört, nach langer Leitungstätigkeit in einer der größten salesianischen Sozialeinrichtungen Kolumbiens, der Ciudad Don Bosco in Medellin, seit dem Vorjahr dem Generalrat des Ordens in Rom an. Er referierte bei dem Treffen über Herausforderungen in den Bereichen Ernährung und elementare Schulbildung in anderen Teilen der Welt sowie über Initiativen seiner Gemeinschaft für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen, insbesondere in Europa.
Mandl, selbst EVP-Fraktionsleiter im Ausschuss für Entwicklungszusammenarbeit des EU-Parlaments, zeigte sich beeindruckt vom Einsatz des Ordens auch auf diesem Bereich, steige doch der Bedarf für Maßnahmen für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Europa rapide an. "Selbstverständlich muss sich auch die Politik auf allen Ebenen darum kümmern. Aber die Unterstützung der Eltern und der Einsatz für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen durch Organisationen wie die Salesianer Don Boscos ist durch nichts wegzudenken", so Mandl.
Seinem Gast P. Rivera, der auf Einladung des Hilfswerks "Jugend Eine Welt" anlässlich der Initiative "Tag der Straßenkinder" am Gedenktag des Heiligen Johannes Bosco (31. Jänner) eine Vortragsreihe in Österreich hielt, bescheinigte Mandl "große Glaubwürdigkeit und Professionalität" in der Verbindung von Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten. Die Erfahrung in der Entwicklungshilfe zeige, "dass Aktivitäten, die mit Religionsgemeinschaften verbunden sind, besonders verlässlich und nachhaltig sind". Der Beitrag der Kirche zu globaler Stabilität in unsicheren Zeiten und zu Lebenschancen für jeden Menschen könne gar nicht hoch genug geschätzt werden.
Bildung und "echte Perspektiven"
Die Lebensrealitäten von Straßenkindern haben sich heute stark verändert, legte Bejarano bei seinem Wien-Besuch dar. Während früher viele Jugendliche dauerhaft auf der Straße lebten, gehe es heute vielfach um "Kinder in Straßensituationen" - junge Menschen, die noch ein Zuhause haben, aber ohne elterliche Begleitung aufwachsen und dadurch besonderen Risiken wie Gewalt, Drogenhandel oder Ausbeutung ausgesetzt sind. Ziel seines Ordens sei es, diesen Jugendlichen Schutz zu bieten und durch Bildung, psychosoziale Begleitung und Berufsausbildung echte Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.
Ein zentraler Schwerpunkt für die Salesianer Don Boscos liegt auf der langfristigen Begleitung und Reintegration der Kinder in familiäre und soziale Strukturen. Bejarano erklärte, dass der Orden in seinen Jugend- und Freizeitzentren ("Oratorien") vertrauensbildende Angebote wie Sport, Musik, Tanz oder Freizeitaktivitäten einsetze, um den Zugang zur Lebenswelt der Jugendlichen zu erhalten. Bildung, Gesundheitsversorgung, psychosoziale Unterstützung und berufliche Qualifizierung werden individuell auf jeden jungen Menschen abgestimmt, um nachhaltige Chancen für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen.
Volontariate - eine "Win-win-Situation"
Aus erster Hand berichtete Bejerano über den Beitrag junger Freiwilliger aus Österreich im Rahmen des Entsendeprogramms "VOLONTARIAT bewegt". Sie seien für die Aktivitäten des Salesianerordens nicht nur eine fachliche Unterstützung, sondern ermöglichten vor allem wertvolle Begegnungen und das Eröffnen neuer Perspektiven: Für die Jugendlichen vor Ort seien solche Einsätze Erfahrungen von Menschlichkeit, Nähe und Solidarität aus anderen Kulturen, während es für die Freiwilligen aus Österreich selbst eine intensive Lernerfahrung sei sowie auch eine Chance, persönliche Kompetenzen zu entwickeln; Pater Bejerano sprach von einer "Win-win-Situation". (Infos: www.tagderstrassenkinder.at)
Quelle: kathpress