Gehaltsplus von 2,6 Prozent für Caritas-Mitarbeiter
Die Gewerkschaften GPA und vida haben sich am Dienstagabend mit Vertretern von über 40 gemeinnützigen Organisationen nach drei Verhandlungsrunden auf einen neuen Kollektivvertrag für die Jahre 2026 und 2027 geeinigt. "Unter herausfordernden Rahmenbedingungen - geprägt durch deutlichen Spardruck seitens Bund, Ländern und Fördergebern - konnte ein Kompromiss erzielt werden, der vor allem im Rahmenrecht Verbesserungen bringt", zeigten sich die Verhandlungspartner in einer Aussendung vom Mittwoch optimistisch.
Betroffen sind die gemeinnützigen Organisationen aus den Bereichen Pflege, Arbeit mit Menschen mit Behinderung sowie mit obdachlosen und armutsbetroffenen Menschen oder im Bildungsbereich. Ab 1. April gibt es für sie ein Plus in der Höhe von 2,6 Prozent auf Kollektivvertragsgehälter, Zulagen und Zuschläge, sowie ab 1. Jänner 2027 eine Gehaltserhöhung um mindestens 2,3 Prozent, abhängig von der Inflation. Der Pflegezuschuss in der Höhe von 135,50 brutto pro Vollzeitmonat wurde für zwei Jahre befristet fortgeschrieben.
Fixiert wurden zudem rahmenrechtliche Verbesserungen: Eltern, die für Kinder mit Behinderung eine erhöhte Familienbeihilfe beziehen, profitieren rückwirkend ab 1. Jänner 2026 von einer zusätzlichen Woche Pflegefreistellung. Zeiten des Präsenzdienstes werden bei Neuantritten als Vordienstzeiten angerechnet und Lehrlinge erhalten im Rahmen von Lehre mit Matura fünf Tage bezahlte Freistellung. Mit einer neuen Gehaltsstufe sollen ab 2027 darüber hinaus auch Beschäftigte, die bereits sehr lange im Einsatz und im Dienst sind, in den Genuss eines zusätzlichen Biennalsprungs kommen.
Freude über einen "verantwortungsvollen Abschluss" trotz des herausfordernden Jahres und massiven finanziellen Drucks durch politische Sparmaßnahmen signalisierte im Anschluss Caritas-Vizepräsident Alexander Bodmann, der selbst auf Seiten der Arbeitgeber mitverhandelt hatte. Auch eine Anerkennung der Mitarbeitenden und Rücksicht auf budgetäre Rahmenbedingungen sei damit gelungen. Bodmann dankte dem Betriebsrat und der Gewerkschaft "für die vertrauensvollen Verhandlungsgespräche und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und das Vertrauen, das sie in uns setzen."
GPA-Verhandlerin Eva Scherz sprach von einem erzielten "harten, aber realistischen Kompromiss" und hob besonders die im Rahmenrecht verankerten konkreten Verbesserungen für die Beschäftigten hervor. vida-Verhandlerin Michaela Guglberger wies auf Vorteile für langjährige Arbeitnehmende: Die neue Lohn- und Gehaltsstufe ab dem 18. Berufsjahr sei ein "wichtiges Zeichen der Anerkennung" für ein oft über viele Jahre bestehendes Engagement in Sozialorganisationen. Auch die zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung stelle eine "spürbare Verbesserung dar."
Quelle: kathpress
