
Bischofsweihe in Wien stärkt internationale Diözesanpartnerschaften
Anlässlich der Bischofsweihe von Josef Grünwidl am 24. Jänner haben die ebenfalls im Wiener Stephansdom anwesenden Bischöfe aus Kenia, Ecuador und den Philippinen, wo die Erzdiözese Wien Diözesanpartnerschaften unterhält, das große Potenzial einer vertieften weltkirchlichen Zusammenarbeit betont. Die Begegnungen rund um die Weihe im Wiener Stephansdom seien geistlich prägend gewesen und hätten der Partnerschaft neue Impulse gegeben, hieß es in einem Bericht der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit vom Mittwoch.
Bischof John Mbinda Makau aus Lodwar im Nordwesten Kenias sprach von einer "spirituell sehr bereichernden Erfahrung". Die Weiheliturgie habe seine eigene Berufung neu belebt. Vom neuen Wiener Erzbischof zeigte er sich persönlich beeindruckt. Grünwidl trete "unprätentiös und offen" auf, sei "nahe an den Menschen und nahe an der gesellschaftlichen Wirklichkeit". Besonders bewegt habe ihn, dass Grünwidl seine erste Messe mit armutsbetroffenen Menschen gefeiert habe.
Ein erstes gemeinsames Mittagessen mit Grünwidl legte aus Sicht des kenianischen Bischofs eine wichtige Grundlage und sei "wegweisend" für die weitere Zusammenarbeit. Grünwidl habe sich als "Mann mit Bodenhaftung" und als "guter Zuhörer" erwiesen und großes Interesse an den Erfahrungen aus anderen kirchlichen Realitäten gezeigt. Die Partnerschaft könne sich so "auf Augenhöhe gut weiterentwickeln".
"Partnerschaft in Action"
Auch der emeritierte philippinische Bischof Bernardino Cortez aus der Prälatur Infanta unterstrich den praktischen Charakter der Zusammenarbeit. Bei der Diözesanpartnerschaft gehe es nicht um bloße Worte, sondern es sei "eine Partnerschaft in Action", sagte er. Der Rückhalt aus Wien stärke die Kirche auf den Philippinen angesichts großer sozialer Herausforderungen.
Als Beispiel nannte Cortez Initiativen im Gesundheitsbereich: "Als Kirche der Armen suchen wir Wege, mit einfachen Mitteln Lösungen für die dringenden Bedürfnisse der Menschen zu finden." Besonders Frauen verfügten über umfangreiches Wissen in der Kräuterheilkunde, das gezielt gefördert werde.
Der ecuadorianische Bischof Gustavo Rosales aus San Jacinto, dessen Diözese derzeit stark von Gewalt betroffen ist, hob die ermutigende Wirkung der Partnerschaft hervor. "Inmitten dieser schwierigen Situation spüren wir: Wir sind nicht allein", sagte er. Unterstützte Projekte eröffneten konkrete Auswege aus der Not. Die Begegnungen in Wien hätten ihm das Gefühl gegeben, "kein Fremder zu sein. Ich fühlte mich wie zu Hause."
"Lernlabor" seit fünf Jahren
Die Erzdiözese Wien unterhält seit 2021 Partnerschaften mit den Diözesen Lodwar (Kenia), San Jacinto (Ecuador) und der Prälatur Infanta (Philippinen). Die Zusammenarbeit versteht sich als Glaubens-, Lern- und Solidargemeinschaft und wurde durch die Begegnungen rund um die kürzlich erfolgte Bischofsweihe weiter vertieft.
Die Gäste waren im Priesterseminar untergebracht und nutzten das Rahmenprogramm, um Kooperationspartner der Erzdiözese Wien kennenzulernen, darunter Entwicklungsorganisationen wie die Dreikönigsaktion und horizont3000. Geplant sind unter anderem Schulpartnerschaften, ein Online-Austausch von Schülerinnen und Schülern sowie Projekte zur Unterstützung von alleinerziehenden Frauen und minderjährigen Schwangeren in Ecuador.
Der Weltkirche-Beauftragte der Erzdiözese Wien, Christian Zettl, sprach von einer dynamischen Lernpartnerschaft. Eine gemeinsame Reise nach Kenia habe sich zu einem "wahrhaften Lernlabor" entwickelt. Daraus seien konkrete Projekte entstanden, etwa Aktionen gegen Gewalt an Frauen, ein schulischer Online-Austausch zwischen den Partnerdiözesen und neue Pfarrpartnerschaften. Zudem werde heuer erstmals ein junger Freiwilliger aus der Erzdiözese Wien für ein Jahr in Kenia mitarbeiten. Die gemeinsame Arbeit trage in den beteiligten Diözesen zu einer "sichtbaren und wirksamen Weltkirche" bei.
Quelle: kathpress