
Welttag der Kranken: Seelsorge stärkt Körper und Seele
Zum Welttag der Kranken am 11. Februar rückt die Kirche ihre Seelsorge für Menschen in körperlicher und psychischer Not in den Mittelpunkt. Einrichtungen in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Städten und per Telefon bieten Unterstützung, Trost und Orientierung. Die Bandbreite reicht von Gottesdiensten, Andachten und Gesprächskreisen über niedrigschwellige Beratungsangebote bis hin zu anonymen Telefon- und Onlinegesprächen.
Einblicke in die Krankenhausseelsorge am Landeskrankenhaus Graz 2 Süd liefert das steirische "Sonntagsblatt" (aktuelle Ausgabe). Dort werden vor allem Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder Demenz, begleitet. Seelsorger Wolfgang Plail beschreibt die Arbeit: "Seelsorge vertraut auf die Selbstheilungskräfte im Gegenüber und auf die Wirkkraft des Geistes Gottes im Menschen." Ziel sei es, Orientierung und Sinn in belastenden Lebenssituationen zu geben, ohne therapeutische oder medizinische Diagnosen zu ersetzen. "Zuhören stellt den ganzen Menschen ins Zentrum des Geschehens, nicht eine Diagnose oder einen Defekt", so Plail.
Aus dem Pflegeheim St. Louise in Maria Anzbach (Niederösterreich) berichtet die St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" (5. Februar). Dort betreuen zwei Seelsorger rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner, gestalten den wöchentlichen Gottesdienst und führen täglich seelsorgliche Gespräche. Michaela Stenzel, Seelsorgerin und Seniorenbetreuerin, erklärt: "Im Pflegeheim kann es ausgesprochen lustig sein." Sie geht auf individuelle Bedürfnisse ein, von kleinen Alltagswünschen bis hin zur Kommunion, und begleitet auch Angehörige in schwierigen Situationen. "Den Satz 'Mit der Kirche brauchen Sie mir nicht kommen' höre ich überraschend oft. Wenn ich erkläre, dass ich vom Haus angestellt bin, ergibt sich meist ein Gespräch."
In Innsbruck bietet die Gesprächsoase in der Spitalskirche seit 25 Jahren niedrigschwellige Unterstützung, berichtet die "Tiroler Tageszeitung" in einer von der Diözese Innsbruck gestalteten Sonderbeilage vom Freitag. Ehrenamtliche Mitarbeiter führen vertrauliche Gespräche, in denen Sorgen ausgesprochen, Perspektiven geklärt und Wege zu weiterer Unterstützung gefunden werden. Die Einrichtung hat Montag und Mittwoch 15 bis 18 Uhr sowie Freitag 10 bis 13 Uhr geöffnet. "Oft beginnt seelische Entlastung damit, dass jemand einfach zuhört", so die Erfahrung. Die Gesprächsoase richtet sich an Menschen in belastenden Lebenssituationen, unabhängig von Alter oder religiöser Zugehörigkeit. (Info: https://geistreich.tirol/at/Gespraechsoase/gespraechsoase_hauptseite.php)
Die österreichweite Telefonseelsorge ergänzt die Angebote mit rund um die Uhr erreichbaren Gesprächsmöglichkeiten. Unter der Notrufnummer 142, im Chat und im Messenger finden Ratsuchende ein offenes Ohr. "Sie müssen nichts erklären. Zum ersten Mal seit Tagen muss man nichts zusammenhalten", wie dort tätige Ehrenamtliche in der TT berichten. Gespräche enden häufig mit der Frage: "Womit können Sie sich heute noch etwas Gutes tun?" Ziel sei, Menschen in akuten Krisen oder bei Einsamkeit, psychischen Belastungen oder Beziehungskonflikten zu stabilisieren. (Info: https://www.telefonseelsorge.at/&;ts=1770371788113)
Quelle: kathpress