
aktion leben: Zunahme der Schwangerenberatungen zeigt Dringlichkeit
Die aktion leben hat im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung bei Beratungen verzeichnet. 1.137 Frauen und Paare aus 42 Ländern nützten demnach 2025 das kostenlose Angebot der Schwangerenberatung von aktion leben österreich, wie der Verein in einer Aussendung am Freitag mitteilte. "Unsere Beratung und Hilfen sind mehr denn je gefragt", so Generalsekretärin Martina Kronthaler zu den eben veröffentlichten Vorjahreszahlen.
Schwangerenberatung stärke Menschen und könne den Übergang zum Elternwerden deutlich erleichtern. "Wir freuen uns, dass so viele Menschen die Kompetenzen unseres multiprofessionellen Teams nützen. Die für so viele Frauen und Familien wichtige Beratung und Hilfen in Notlagen konnten wir wieder vor allem auch dank unserer Spenderinnen und Spender in diesem Umfang anbieten", fasste Kronthaler das Jahr 2025 zusammen. Zum Vergleich: 2024 suchten 962 Frauen aus 33 Nationen die Schwangerenberatung von aktion leben österreich auf.
"Einem Teil der Frauen hilft schon ein einzelnes Informationsgespräch, in dem sie zum Beispiel sozialrechtliche Fragen klären. Bei sehr komplexen Problemlagen und in Krisen kommen Frauen aber über einen längeren Zeitraum regelmäßig und in kürzeren Abständen", erläuterte Kronthaler: "Diese Frauen leisten durch das regelmäßige Kommen selbst einen erheblichen Anteil zur Verbesserung ihrer Situation und ihres Kindes." Ein großer Dank gelte den Spenderinnen und Spendern, die das Beratungsangebot in diesem Ausmaß erst möglich machten.
Kronthaler: "Wir sind unendlich dankbar, dass so viele Menschen bereit sind, Frauen und Familien, die ein Kind erwarten oder gerade Eltern geworden sind, zu unterstützen und sich durch ihre Spende mitzufreuen und solidarisch zu zeigen. Wir sind überzeugt, dass diese erste frühe Hilfe zu einem guten Start ins Leben beiträgt - eine der lohnendsten Hilfen überhaupt."
Die Frauen, die 2025 von der aktion leben-Beratung profitierten, stammen aus 42 Nationen. Kronthaler: "Am häufigsten brauchten uns Frauen aus Österreich, Syrien und Afghanistan, gefolgt von Rumänien und Serbien. In unserer Beratungsstelle merken wir internationale Krisenherde und Fluchtbewegungen schnell und unmittelbar." Schwangerenberatung leiste insofern Hilfe bei der Integration, als aktion leben bei der Suche nach Kinderbetreuung und Berufseinstieg hilft sowie selbstbestimmte Entscheidungen unterstützt. Schwangere Frauen und Mütter vor Gewalt zu schützen, sei ebenfalls öfter als in den Jahren davor notwendig gewesen, hieß es in der Aussendung.
Sehr geschätzt wurde 2025 zudem wieder das Sachspendenlager, das ehrenamtlich betreut wird und von Babykleidung über Kinderwägen alles bietet, was junge Eltern für ihre Kinder brauchen.
Elternberatung als Pilotprojekt
Seit 2024 bietet aktion leben auch Elternberatung im Rahmen des Eltern-Kind-Passes als Pilotprojekt des Bundesministeriums für Familie und Jugend an. Dabei können von Mutterschutz bis Karenzregelungen, partnerschaftliche Care-Arbeit, Pensionssplitting oder Unterhalt alle spezifischen sozialrechtlichen Themen rund um die Geburt eines Kindes geklärt werden.
Ein weiteres Angebot ist die sogenannte "Bindungsanalyse", die Frauen und Kinder in der Schwangerschaft stärkt. Kronthaler: "Bindungsanalyse - vorgeburtliche Beziehungsförderung unterstützt den Aufbau einer innigen Eltern-Kind-Beziehung schon in der Schwangerschaft. Wir bieten dies vor allem Frauen mit schwierigen Vorerfahrungen wie Fehlgeburten, alleinstehenden Frauen und sehr belasteten Frauen an." Die Methode wirke präventiv. So komme es kaum zu postnatalen Depressionen, und die Eltern wüssten von Anfang an über die Bedürfnisse ihres Babys Bescheid.
(Infos über die Beratung und online-Spenden auf www.aktionleben.at)
Quelle: kathpress