
150-Jahr-Jubiläum: Krautwaschl würdigt Marienkrankenhaus Vorau
Das Marienkrankenhaus Vorau in der Steiermark begeht 2026 sein 150-Jahr-Jubiläum. Eröffnet wurde das Jubiläumsjahr am Sonntag mit einer Festmesse in der Spitalskirche, der Bischof Wilhelm Krautwaschl vorstand. Das Engagement für die Mitmenschen in ihren Nöten, in Krankheit und Armut gehöre untrennbar zum Christsein dazu, so Krautwaschl in seiner Predigt: "Wo Getaufte gelebt haben, waren sie davon beseelt, das Wirken Jesu ins Heute zu übertragen. Bei diesem Wirken ging es vor allem um eines - um die unantastbare Würde des Menschen. Über die Jahrhunderte herauf kämpften Menschen in der Nachfolge Jesu für diese Würde, mit ihren Stärken und mit ihren Schwächen."
Heute dürfe man voll Dankbarkeit darauf zurückblicken, "dass es in Vorau, nahe dem bekannten Chorherrenstift, das Marienkrankenhaus als wichtigen Ort der ambulanten und der stationären Gesundheitsfürsorge gibt". Mit dem Krankenhaus werde deutlich: "Wo Christen glauben, ist dies nie nur etwas Abstraktes. Aus dem Glauben erwächst der Auftrag Jesu, das Evangelium zu Menschen zu bringen. Also ihnen ein erfülltes Leben zu ermöglichen; in Gesundheit und in Krankheit."
Mit heute knapp 350 Angestellten für ärztliche und pflegerische Betreuung, für Verwaltung und Technik, sei für die Oststeiermark "ein Haus gewachsen, das wie viele Einrichtungen unserer Kirche deutlich macht: Wir engagieren uns in der Gesellschaft."
Nicht nur in Österreich, auch weltweit, seien Spitäler in kirchlicher Trägerschaft ein wertvoller Baustein für die ganze Gesellschaft, "um diese menschlicher zu machen, um die Würde des Menschen hochzuhalten", so Bischof Krautwaschl: "Voll Überzeugung können wir sagen: Wir gehen an keiner Not vorüber, sondern werden jenen, die es nötig haben, zu Nächsten."
So wie vor 150 Jahren bei der Gründung des Vorauer Krankenhauses würden Christinnen und Christen auch heute mitunter belächelt für ihren Einsatz, sie brächten aber einen christlichen "Humus" in die Gesellschaft ein, der notwendig sei, "damit unsere Gesellschaft menschlich bleibt, damit wir eine Gesellschaft bleiben, in der man sich gegenseitig schätzt und sich beisteht", so Krautwaschl.
Der Festgottesdienst wurde auch in ORF III sowie in den ORF-Regionalradios übertragen. Musikalisch begleitete u.a. der Mitarbeiterchor des Marienkrankenhauses die Messe.
Das Marienkrankenhaus Vorau, eines der 23 Ordensspitäler in Österreich, wurde vor 150 Jahren von der Spitals- und Ordensgründerin Mutter Barbara Sicharter (1829-1905) "zum Heil und zum Trost der Kranken" gegründet. Am 3. Februar 1876 erhielt Sicharter von der Bezirkshauptmannschaft Hartberg die Bewilligung zum Betrieb einer Krankenanstalt. Seither wurde das Marienkrankenhaus laufend erweitert und modernisiert und ist seit 2009 eine gemeinnützige GmbH. Heute hat das Ordenskrankenhaus 112 Betten und ist mit rund 350 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Joglland im Nordosten der Steiermark.
Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind ein Festakt mit der Eröffnung einer Dauerausstellung über die 150-jährige Geschichte des Marienkrankenhauses am 23. April, ein Tag der offenen Tür am 24. April, ein "Barbara-Sicharter-Wandertag" am 31. Mai sowie ein Abschlussgottesdienst am 6. Dezember in der Stiftskirche Vorau mit dem Grazer Weihbischof Johannes Freitag. (Infos: www.marienschwestern-vorau.at)