Niederösterreich: Kirchen-Brandstifter gefasst und geständig
In der Stadtpfarrkirche von Bruck an der Leitha ist am Samstag ein Brand ausgebrochen, nachdem ein 51-jähriger polnischer Staatsbürger am frühen Nachmittag in der Seitenkapelle Zeitschriften sowie Gebets- und Gesangsbücher in brennende Kerzen geworfen hatte. Einsatzkräfte löschten den Brand, während der Beschuldigte vom Pfarrer gemeinsam mit Passanten noch am Tatort gestellt wurde. Er zeigte sich bei der polizeilichen Einvernahme geständig, geht aus einer Mitteilung der Landespolizeidirektion Niederösterreich vom Montag hervor.
Nach dem Entzünden der Zeitschriften und Bücher trat der Mann laut den Schilderungen mit dem Fuß den Kerzenständer um, wodurch das auslaufende Kerzenöl den Brand weiter entfachte. Der Pfarrer und ein weiterer Passant bemerkten das Feuer und versuchten zunächst, es mit einem Feuerlöscher einzudämmen, was jedoch nicht gelang. Die Freiwillige Feuerwehr Bruck an der Leitha löschte den Brand schließlich in einem dreistündigen Einsatz.
Der 51-Jährige erklärte den Einsatzkräften in polnischer Sprache, dass er die Kirche anzünden wollte, weil ihm kalt gewesen sei. Bei der anschließenden Einvernahme durch die Polizei legte der Mann, der von einem polnischen Dolmetscher begleitet wurde, ein umfassendes Geständnis ab. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurde er in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert.
Die am Stadtplatz von Bruck gelegene Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit gehört zu den barocken Kleinoden Niederösterreichs. Sie wurde zwischen 1696 und 1702 an den bereits bestehenden Stadtturm angebaut, der für die Barockarchitektur angepasst und mit einer zwiebelförmigen Glockenkuppel versehen wurde. Die prunkvolle Fassade der Hauptfront entstand von 1738 bis 1740. Bildern ist zu entnehmen, dass der Brand zu erheblicher Rauchentwicklung in der Kirche führte. Die genaue Schadenshöhe ist noch unbekannt.
Quelle: kathpress
