
Weltgebetstag: Orden rufen zum Gebet um geistliche Berufungen auf
Zu einer Unterstützung des Weltgebetstages um geistliche Berufungen am kommenden Sonntag, 26. April, haben die Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz (ÖOK) aufgerufen. "Geistliche Berufungen wachsen dort, wo Menschen erfahren, dass ihr Leben einen tieferen Sinn hat und sie in Liebe angesprochen sind. Als Ordensfrau erlebe ich täglich, wie diese Verwurzelung Kraft gibt, mutig neue Wege zu gehen und Hoffnung zu schenken", so die Vorsitzende der ÖOK, Sr. Franziska Madl, in einer Aussendung am Freitag. "Wir bitten darum, dass besonders junge Menschen den Mut finden, dieser leisen, aber kraftvollen Stimme zu vertrauen. Denn wer in der Liebe verwurzelt ist, kann selbst zur Quelle für andere werden."
Ähnlich äußerte sich der Zweite Vorsitzende der ÖOK, Anton Höslinger. Auch der Propst von Stift Klosterneuburg sprach von der "Verwurzelung" in "lebendigem Glauben, beständigem Gebet und geschwisterlicher Weggemeinschaft", von der Papst Leo XIV. anlässlich des Weltgebetstages gesprochen habe. Es gehe darum, "bereitwillig und offen" auf den Ruf Gottes zu hören - "nicht nur einmal, sondern ein ganzes Leben lang, um anderen einen Boden zu pflügen, in dem sie in der Liebe verwurzelt werden können".
Der Weltgebetstag um geistliche Berufungen geht auf eine Initiative von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1964 zurück. Er wird jährlich am vierten Sonntag in der Osterzeit, dem "Sonntag des Guten Hirten", der 2026 auf den 26. April fällt, gefeiert. In Österreich wird er unter dem Motto "In der Liebe verwurzelt" gefeiert und inhaltlich vom Canisiuswerk als zuständigem Zentrum für geistliche Berufe vorbereitet. Unter www.canisius.at/weltgebetstag bietet das Canisiuswerk Materialien und Downloads wie Gebete und Berufungsporträts für Pfarren und Gemeinschaften an, um den Weltgebetstag im Rahmen von Gottesdiensten zu feiern.
"Erntehelfer in einer Welt, die dringend Halt sucht"
Für geistliche Berufungen in einer von Orientierungslosigkeit und Krisen geschüttelten Welt hat auch der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl geworben. "Wir, die als Priester in unserer Kirche leben und den Menschen dienen, sind erste Zeugen für die Auferstehung und werden dem entsprechend wahrgenommen", sagte Krautwaschl bei einer Priesterwallfahrt der Diözese Graz-Seckau am 22. April. Daher seien die Priester auch aufgerufen, im Sinne der Berufungspastoral tätig zu werden und "Erntehelfer für eine reiche Ernte (...) mittendrin in einer Welt, die dringend Halt sucht" zu sein. "Diese Welt braucht uns. Sie braucht geistliche Berufungen."
Der Einladung des diözesanen Priesterrats waren 57 Priester gefolgt, teilte die Diözese in einer Aussendung mit. Ziel war das Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz mit einer Führung durch die aktuelle Ausstellung des "Kultum", gefolgt von einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariahilf.
Papst: Berufung ist "kein statisches Ziel, sondern ein Weg"
In der vom Vatikan veröffentlichten Botschaft des Papstes zum Weltgebetstag ruft Leo XIV. junge Menschen dazu auf, durch die intensive Pflege ihrer Gottesbeziehung, durch Gebet und Meditation neu darauf zu hören, welche Form der Berufung Gott für sie bereithält: "Haltet inne, hört zu, vertraut euch ihm an: Auf diese Weise wird die Gabe eurer Berufung reifen, euch glücklich machen und reichlich Früchte für die Kirche und die Welt tragen", heißt es in der Botschaft. Berufung sei "kein statisches Ziel, sondern ein Weg", der aus einem Dialog mit Gott entstehe, und ein "dynamischer Reifungsprozess", mahnt Leo XIV. in der Botschaft mit dem Titel "Die Entdeckung der Gabe Gottes in unserem Inneren".
Gottesdienste in ganz Österreich
In ganz Österreich finden rund um den Weltgebetstag am 26. April 2026 verschiedene Gottesdienste und Begegnungen statt. Auch einige Ordensgemeinschaften beteiligen sich. Die Diözese Linz lädt beispielsweise am 24. April 2026 zur Vesper mit anschließender Agape in der Elisabethinenkirche in Linz. In der Erzdiözese Salzburg gestaltet Weihbischof Hofer am 26. April einen Einkehrnachmittag im Priesterseminar (16 Uhr) mit Impulsen, Berufungszeugnissen, Anbetung und Vesper. Mit dabei ist beispielsweise auch P. Virgil Steindlmüller aus der Erzabtei St. Peter in Salzburg. Die Diözese St. Pölten lädt zu einer Pilgerwanderung zur von den Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria betreuten Basilika Maria Taferl. Den Gottesdienst zelebriert Diözesanbischof Alois Schwarz.
In der Diözese Feldkirch feiert Bischof Benno Elbs um 18 Uhr eine Heilige Messe in der Basilika Bildstein, in der Diözese Gurk Bischof Josef Marketz um 17 Uhr in Klagenfurt-St. Egid, jeweils mit anschließender Agape. Die Erzdiözese Wien bietet eine Online-Veranstaltung mit Berufungsgeschichten aus Partnerdiözesen in Kenia, den Philippinen und Ecuador.
Quelle: kathpress