
50 Jahre Friaul-Beben: Gedenken und Dank in Gemona
50 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Friaul findet am Sonntag (3. Mai) ein Gedenk- und Dankgottesdienst in Gemona del Friuli statt. Auf Einladung von Erzbischof Riccardo Lamba nimmt an der Feier rund 40 Kilometer südlich der österreichischen Staatsgrenze auch der Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz teil. Begleitet wird er von Caritasdirektor Ernst Josef Sandriesser sowie seinem Vorgänger Viktor Omelko.
Die Messe um 16 Uhr bei der Kaserne Goi-Pantanali wird vom Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Maria Zuppi, geleitet. Erwartet werden zudem Kardinal Giuseppe Betori, der Patriarch von Venedig, Francesco Moraglia, und weitere hochrangige Kirchenvertreter. Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Opfer sowie der Dank an die vielen Helferinnen und Helfer des Wiederaufbaus.
Das Erdbeben vom 6. Mai 1976 mit einer Stärke von 6,5 kostete nahezu 1.000 Menschen das Leben, Tausende wurden verletzt, rund 80.000 verloren ihr Zuhause. Die Erschütterungen waren auch in Österreich deutlich zu spüren.
Am Wiederaufbau war die Caritas Kärnten maßgeblich beteiligt. Unter der damaligen Leitung von Omelko wurden Hilfsgüter bereitgestellt und Wohnraum geschaffen. "Die Lage war zutiefst bedrückend. Überall waren kaputte Häuser, die Menschen schwer verzweifelt", erinnert sich Omelko in einer Aussendung an das Beben zurück. Die ersten Hilfslieferungen hätten mobile Sanitäreinrichtungen, Wohnboxen und Bauholz zur Sicherung der stehengebliebenen Häuser umfasst. Der Caritas sei es gelungen, mit Unterstützung engagierter Fachkräfte und vieler Ehrenamtlicher die ärgste Not zu lindern und die Menschen zur Selbsthilfe anzuleiten.
Im September 1976 wurden die ersten durch Spendengelder finanzierten Wohnhäuser an die Bewohnerinnen und Bewohner in Friaul übergeben. Insgesamt errichtete die Caritas Kärnten 256 Häuser für die durch das Beben in schwere Not geratenen Familien, einen Kindergarten sowie zwei Pflegewohnhäuser.
Quelle: kathpress