
Caritas OÖ: Muttertag bleibt fester Bestandteil im Kindergarten
Mit einer Richtigstellung hat die Caritas Oberösterreich am Dienstag auf eine Debatte über die Handhabung des bevorstehenden Muttertags in einem Kindergarten im oberösterreichischen Gallneukirchen reagiert. Der von der Caritas betriebene Kindergarten hatte kürzlich in einer Nachricht an die Eltern mitgeteilt, den Muttertag heuer anders zu gestalten. Dazu zähle auch, dass man bewusst auf das "Einüben klassischer Gedichte oder Lieder speziell für Mutter- oder Vatertag" verzichte, da die damit transportierten klassischen Rollenbilder die tatsächliche Vielfalt nicht widerspiegelten und dies "nicht mehr zeitgemäß für den Kindergartenalltag" sei.
In einer Stellungnahme hielt die Caritas OÖ nun fest, dass der Muttertag "ein wichtiger Bestandteil des Kindergartenalltags" bleibe und auch für viele Familien eine "große Bedeutung" habe. Es sei "bedauerlich, dass der sensible Umgang mit den Bedürfnissen von Kindern in diesem Zusammenhang instrumentalisiert und zu einer Empörungskampagne zugespitzt" werde, so die Caritas. "Uns ist der Muttertag in seiner kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung sowie der damit verbundenen Wertschätzung für die Familie sehr wichtig. Es geht nicht darum, Traditionen abzuschaffen, sondern darum, wie Kinder Wertschätzung ausdrücken können", wird Edith Bürgler-Scheubmayr, Vorständin der Caritas OÖ, zitiert.
Die Familienkonstellationen seien heute vielfältig - und diese Vielfalt gelte es zu berücksichtigen. "Selbstverständlich" würden auch weiterhin Gedichte und Lieder gestaltet und eingeübt, wenn dies den Kindern wichtig sei. Man wehre sich jedoch gegen einheitliche Vorgaben und ein standardisiertes Auswendiglernen von Gedichten: "Nicht alle Kinder müssen zur gleichen Zeit das Gleiche auf die gleiche Weise tun. Wichtig ist, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, Wertschätzung gegenüber den Menschen auszudrücken, die ihm wichtig sind - sei es die Mutter, der Vater, Großeltern oder andere Bezugspersonen", so Bürgler-Scheubmayr.
Die Debatte um das Vorgehen des oberösterreichischen Kindergartens hatte Fahrt aufgenommen, nachdem die Zeitung "Heute" am Montag darüber berichtete. "Viele Frauen im Bezirk Urfahr-Umgebung" seien "enorm verärgert", hieß es in dem Bericht. Als Beleg der Verärgerung diente das Zitat einer "verärgerten Mama", die gesagt habe: "Ich will an diesem Tag als Mutter geehrt werden, auch mit einem Gedicht". Die Kirche solle "zu einem klassischen Familienbild stehen", forderte sie.
Quelle: kathpress