
Erzbischof Grünwidl am Montag bei Papst Leo in Privataudienz
Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl wird am kommenden Montag (11. Mai) von Papst Leo XIV. zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Das hat die Erzdiözese Wien am Freitag mitgeteilt und weitere Angaben zum zweitägigen Antrittsbesuch Grünwidls in Rom gemacht. So stehen für den im Jänner dieses Jahres in sein Amt eingeführten Wiener Erzbischof auch Gespräche mit Vertretern der Römischen Kurie auf dem Programm. Konkret sind Arbeitsgespräche mit den Präfekten (Leitern) der Dikasterien für die Bischöfe und für den Klerus vorgesehen.
Zum Programm gehören auch Gottesdienste in der Kirche Santa Maria dell'Anima, der deutschsprachigen Nationalkirche in Rom, sowie am Campo Santo Teutonico im Vatikan. Am Montagnachmittag besucht Erzbischof Grünwidl außerdem das Grab von Papst Franziskus in der Basilika Santa Maria Maggiore.
"Der Antrittsbesuch unterstreicht die enge Verbindung der Erzdiözese Wien mit dem Vatikan und der Weltkirche", wird seitens der Erzdiözese festgehalten. Die Einladung des Wiener Erzbischofs durch den Papst und die vatikanischen Behörden könne "auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber der katholischen Kirche in Österreich verstanden werden". Dies umso mehr, zumal die österreichische Kirche innerhalb der Weltkirche zahlenmäßig vergleichsweise klein sei. "Nur rund drei Promille aller Katholiken weltweit leben in Österreich", hält die Erzdiözese fest.
Gleichzeitig komme der Erzdiözese Wien traditionell ein deutlich größeres Gewicht zu, als es diese Zahlen allein vermuten ließen: "Dafür ausschlaggebend sind ihre historische Rolle in der katholisch geprägten Habsburger-Monarchie, ihre langjährige Brückenfunktion zwischen West- und Osteuropa sowie die internationale Ausstrahlung, die die Erzdiözese - insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten - durch das Wirken der Kardinäle Franz König und Christoph Schönborn gewonnen hat."
Seit 24. Jänner im Amt
Papst Leo XIV. hatte Josef Grünwidl am 17. Oktober 2025 zum 33. Erzbischof von Wien ernannt, nachdem er bereits seit 22. Jänner 2025 aufgrund der Emeritierung von Kardinal Christoph Schönborn die Erzdiözese als Apostolischer Administrator interimistisch geleitet hatte. Am 24. Jänner 2026 empfing er im Wiener Stephansdom die Bischofsweihe und wurde in sein Amt eingeführt. Mit dem langjährigen Pfarrer, Bischofsvikar und Vorsitzenden des diözesanen Priesterrates hat die katholische Kirche in Wien und dem östlichen Niederösterreich einen Hirten bekommen, der mit allen Ebenen der Erzdiözese vertraut ist und durch seinen seelsorgeorientierten, dialogbereiten und spirituellen Zugang viel Zuspruch genießt.
Josef Grünwidl, geboren am 31. Jänner 1963, wuchs in Wullersdorf im Weinviertel auf. Nach dem Theologie- und Musikstudium in Wien empfing er 1988 die Priesterweihe. Seelsorglich war er zunächst in Pfarren in Wien und Wiener Neustadt tätig und danach als Diözesanjugendseelsorger. Von 1995 bis 1998 war er Sekretär von Erzbischof Schönborn. Ab 1998 wirkte er viele Jahre als Pfarrer, zunächst in Kirchberg am Wechsel, Feistritz, St. Corona und Trattenbach im südlichen Niederösterreich und ab 2014 in Perchtoldsdorf. 2023 wurde Grünwidl zum Bischofsvikar für das Vikariat Süd der Erzdiözese Wien ernannt.
Quelle: kathpress