
Hilfsprojekt in Tansania soll Schulabbrüche von Mädchen verhindern
Zum Weltmenstruationstag am Donnerstag (28. Mai) macht die Tiroler Stiftung Bruder und Schwester in Not auf die Folgen mangelnder Menstruationshygiene für Mädchen in Tansania aufmerksam. In einem Projekt in der Kagera-Region im Nordwesten des Landes sollen Aufklärung, Hygieneprodukte und Sanitäranlagen dazu beitragen, Schulabbrüche zu verhindern. Konkret werden Workshops zu Menstruation und Körperwissen, Schulungen zur Herstellung wiederverwendbarer Stoffbinden sowie der Ausbau von Wasser- und Waschmöglichkeiten an Schulen angeboten. Vielen Familien fehle es an den finanziellen Mitteln für Hygieneprodukte, zudem gebe es häufig keine geeigneten Sanitäranlagen; Mädchen blieben deshalb während der Menstruation dem Unterricht fern, hieß es in einer Aussendung am Dienstag.
Während in Österreich über kostenlose Menstruationsprodukte diskutiert werde, "entscheidet sich in Tansania am Zugang zu Menstruationsprodukten und Körperwissen der Schulabschluss von Mädchen", so die Einrichtung der Diözese Innsbruck. "Und wer jeden Monat mehrere Tage verpasst, hat von Haus aus schlechtere Chancen, in der Schule mitzuhalten und diese abzuschließen", so Ostafrika-Referentin Sandra Schett.
Nach Angaben der Organisationen stieg der Schulbesuch von Mädchen an den ersten vier beteiligten Schulen um 20 Prozent. Das Projekt wird im Distrikt Biharamulo gemeinsam mit der tansanischen Organisation Rulenge-Ngara Human Life Defence Initiative umgesetzt. Insgesamt gibt es dort 22 Sekundarschulen, an vier Schulen seien die Maßnahmen bereits abgeschlossen, an drei weiteren liefen sie derzeit.
Das Projekt "Ein Schulabschluss für Mädchen" richtet sich laut den Organisationen nicht nur an Schülerinnen, sondern auch an deren Mitschüler, sowie an Lehrkräfte, Eltern und lokale Verantwortungsträger. Ziel sei es, das Thema Menstruation zu enttabuisieren und die Bildungschancen von Mädchen zu verbessern.
Tiroler Hilfsorganisation besteht seit 65 Jahren
Bruder und Schwester in Not ist eine Stiftung der Diözese Innsbruck. Spenden aus Tirol ermöglichen seit 1961 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Die Organisation führt diese gemeinsam mit Partnerorganisationen in Bolivien, El Salvador, Tansania und Uganda durch. Die meisten Projekte sind im ländlichen Raum angesiedelt und fokussieren den Erwerb von Wissen, z.B. im Bereich Landwirtschaft, Einkommensgenerierung sowie Menschen- bzw. Frauenrechte. (Info und Spenden: Spendenkonto AT59 3600 0000 0066 8400, online www.bsin.at/jetzt-spenden/)
Quelle: kathpress