
Stift Rein: Visitation durch Zisterzienser-Generalabt Lepori
Drei Jahre vor seinem 900-Jahr-Jubiläum will sich das steirische Stift Rein personell und organisatorisch neu aufstellen. Eine ordensinterne Visitation durch den Generalabt der Zisterzienser, Mauro-Giuseppe Lepori, soll dabei helfen, Lösungen für die wachsenden Herausforderungen des ältesten durchgehend bestehenden Zisterzienserklosters der Welt zu finden. Einen entsprechenden Bericht der "Kleinen Zeitung" bestätigte am Dienstag Stiftssprecherin Birgit Gutjahr gegenüber Kathpress.
Die schwierige Situation sei "kein Geheimnis" und im Kern bereits öffentlich bekannt, sagte Gutjahr. Vor allem gehe es dabei um die Personalsituation im Konvent: Die Zahl der Mönche sei zurückgegangen, zugleich seien die Anforderungen in Pfarren und Seelsorge gestiegen. "Die Mönche sind alle nicht mehr die Jüngsten", so die Sprecherin. Derzeit gehörten zwölf Mönche dem Konvent an, acht davon seien aktuell vor Ort. Mehrere Ordensmänner seien bereits über 80 Jahre alt und könnten teils nicht mehr aktiv in der Seelsorge mitarbeiten.
Trotzdem würden in den sieben Pfarren des Stifts weiterhin alle Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und pfarrlichen Aufgaben erfüllt, betonte Gutjahr. "Es kommt niemand zu kurz." Die Mönche seien bemüht, überall dort präsent zu sein, wo sie gebraucht würden, teils auch in Nachbarpfarren. Die Bevölkerung im Seelsorgeraum wachse zudem weiter.
Von der Visitation - die im Gegensatz etwa zu der jüngsten in Stift Heiligenkreuz keine apostolische (vom Vatikan angeordnete), sondern eine ordensinterne Visitation ist - erhofft sich das Stift vorrangig "gute Inputs" des Generalabts. Er sei schließlich nicht nur ein Außenstehender, der die Situation mit Distanz beurteilt, sondern ein Ordensoberer mit großer Erfahrung. Welche konkreten Maßnahmen daraus folgen könnten, sei derzeit noch offen. Denkbar sei auch Unterstützung aus anderen Klöstern, etwa aus Österreich oder aus Ländern mit stärkerem Ordensnachwuchs wie Vietnam. Zudem habe auch die Diözese Graz-Seckau Hilfe angeboten. Entscheidungen müssten aber gemeinsam im Konvent getragen werden, hieß es.
Am Jubiläum 2029 hält das Stift trotz aller Herausforderungen fest. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits, unter anderem gemeinsam mit Pfarrgemeinden. Geplant seien Festgottesdienste, auch mit internationalen Zelebranten. Für die Zukunft hoffe man vor allem auf eine personelle Verjüngung des Konvents und neuen Ordensnachwuchs, sagte Gutjahr. (Infos: www.stift-rein.at)
Quelle: kathpress