
Altenburger Abt em. Renner neuer Dompropst von Wiener Neustadt
Franz Xaver Brandmayr (70), derzeit Dompropst von Wiener Neustadt, wird neuer Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem. Als Propst in Wiener Neustadt folgt ihm mit 1. September der frühere Abt von Stift Altenburg, P. Thomas Renner (55) nach. Das hat Brandmayr am Sonntag bekannt gegeben und am Montag gegenüber Kathpress bestätigt. Brandmayr tritt seinen Dienst in Jerusalem am 1. Juli an.
P. Thomas Renner wurde 1971 in Wien geboren und trat 1993 ins Benediktinerstift Altenburg ein. Nach der Feierlichen Profess 1997 und dem Abschluss seines Theologiestudiums an der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Pölten 1998 wurde er am 11. Juni 1999 von Kardinal Franz König in der Stiftskirche Altenburg zum Priester geweiht. Renner war Religionsprofessor am Gymnasium Horn und als Seelsorger und Pfarrer in verschiedenen Pfarren tätig, die zum Stift Altenburg gehören. 2011 wurde er Prior und 2014 wurde er zum Abt gewählt. Sein Nachfolger (als Administrator) des Stifts ist seit März 2026 P. Albert Groiß.
In der Wiener Erzdiözese gibt es in den drei Vikariaten je eine Propsteipfarre, deren Seelsorger einst nur auf Vorschlag des Monarchen ernannt werden konnte. Es handelt sich dabei um Wiener Neustadt (Südvikariat), Votivkirche (Stadtvikariat) und Staatz (Nordvikariat).
Wiener Neustadt war von 1469 bis 1785 eine eigene Diözese. Diese wurde durch Kaiser Joseph II. und Papst Pius VI. aufgehoben und an ihrer Stelle in St. Pölten eine Diözese für die beiden westlichen Landesviertel Niederösterreichs errichtet. Sitz wurde das aufgehobene Augustinerchorherrenstift St. Pölten. Der letzte Propst ("Vorsteher") dieses Stiftes, Ildefons Schmidbauer, wurde im Gegenzug Pfarrer der bisherigen Dompfarre Wiener Neustadt. Natürlich wurde er weiter als "Propst" angesprochen. Pfarrer Schmidbauer starb 1791. Anlässlich der Wiederbesetzung der Pfarre verlieh Kaiser Leopold II. - er war als Landesfürst nun der Patron der Dompfarre Wiener Neustadt - 1792 der Pfarre die Propsteiwürde, wohl auch ein wenig als Ausgleich für den verlorenen Bischofssitz. Seither heißt sie "Propstei- und Hauptpfarre".
Quelle: kathpress