
Herzogenburger Propst: Welt braucht Politiker, die Frieden können
Der Herzogenburger Propst Petrus Stockinger hat in seiner Kolumne in den "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN, Woche 25/2026) ein Politikverständnis eingemahnt, das sich durch Kompromissbereitschaft und Realitätssinn auszeichnet. Ein solches sei für ihn auf der Bühne der Weltpolitik leider alles andere als selbstverständlich. Der Ordensmann macht seine Überlegungen an US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin fest. Sowohl Putin als auch Trump hätten wohl gelernt, "wie man Kriege beginnt, aber leider nie gelernt, wie man Kriege beendet".
Er sei weit davon entfernt, die zwei Akteure der Weltbühne gemeinsam in einen Topf zu werfen, aber auffällig sei: "Beide zeigen sich gerne als starke Männer, die Konflikte lösen und Ordnung schaffen können". Aber ein Krieg ende nicht allein durch Machtworte oder Drohungen, "sondern durch Kompromisse, Zugeständnisse und die Bereitschaft, politische Realitäten anzuerkennen".
Dazu komme eine zweite Dimension: Es gehe augenscheinlich auch stark um öffentliche Inszenierung, "denn Kriege sind für solche Führungsfiguren nicht nur außenpolitische Krisen, sondern auch Instrumente zur Mobilisierung ihrer eigenen Anhängerschaft". Ein Kriegsende ohne hundertprozentige Erreichung eigener Kriegsziele könne daher Gefährdungen mit sich bringen, "weil es die eigene Erzählung von Stärke untergräbt".
So werde sichtbar: "Das Problem liegt nicht nur in einzelnen Entscheidungen - es liegt in einem Politikverständnis, das Macht demonstrieren will, aber Schwierigkeiten damit hat, den Preis des Friedens zu akzeptieren."
Putin und Trump inszenierten sich gerne als Christen, je nach ihrer Konfession. Würden sie sich aber nicht nur als Christen inszenieren, sondern tatsächlich als solche leben, würde die Weltpolitik entschieden anders aussehen - "denn dann hätten beide wohl auch eine Ahnung davon, wie man Kriege beendet", so Propst Stockinger.
Quelle: kathpress