
Malteserorden: Mehr humanitäre Krisen bei weniger Hilfsgeldern
Der Souveräne Malteserorden sieht seine internationale Hilfsarbeit durch Kürzungen staatlicher Entwicklungshilfeprogramme erschwert. Gleichzeitig nehme die Zahl humanitärer Krisen weltweit zu, erklärte der österreichische Großprior Fra' Gottfried Kühnelt-Leddihn bei einem Empfang des Ordens für das Diplomatische Corps in Wien am Montag laut einer Aussendung am Mittwoch. Das Großpriorat Österreich beteilige sich an internationalen Einsätzen von Malteser International, wobei die Unterstützung der Ukraine einen Schwerpunkt bilde, hieß es. Anlass für den Empfang war das Patrozinium des Ordenspatrons Johannes des Täufers. Nach Angaben des Ordens ist dieser derzeit in mehr als 120 Ländern tätig.
Bei der Veranstaltung verwiesen Vertreter des Malteserordens zudem auf die Bekämpfung des Menschenhandels als wachsendes internationales Problem. Nach Angaben des Ordens sind weltweit rund 50 Millionen Menschen betroffen. Besondere Aufmerksamkeit gelte neuen Formen der Ausbeutung im Internet, bei denen Minderjährige zur Herstellung pornografischer Inhalte gezwungen würden. Der Orden arbeitet nach eigenen Angaben seit 2025 in diesem Bereich mit der Erzdiözese Salzburg zusammen.
Am Empfang nahmen laut Malteserorden über 120 Gäste aus Diplomatie, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft teil unter ihnen der Gesandte und bevollmächtigte Minister des Malteserordens bei der Republik Österreich, Constantin Hoheneck, sowie Botschafter Sebastian von Schoenaich-Carolath. Weiters wurde auf den Besuch des Großmeisters Fra' John T. Dunlap in Österreich im November 2025 verwiesen. Damals unterzeichneten Vertreter des Ordens und der Republik Österreich eine Vereinbarung zur Förderung der Religionsfreiheit und zum Schutz verfolgter Christen.
Rekord an Neuaufnahmen bei Hospitalsdienst
Der Malteser Hospitaldienst Austria verzeichnet einen Rekord an Neuaufnahmen ehrenamtlicher Mitglieder: Am 20. Juni wurden 68 neue Mitglieder im Rahmen eines feierlichen Hochamts im Stift Heiligenkreuz in das ehrenamtliche Hilfswerk des Malteserordens aufgenommen. Nach dem einjährigen Ausbildungsprogramm bildet die feierliche Aufnahme neuer Mitglieder einen Höhepunkt, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch. Im Zuge des feierlichen Hochamts, das vom Chefkaplan des Malteserordens in Österreich, Erzabt em. P. Korbinian Birnbacher OSB, zelebriert wurde, gelobten die neuen Mitglieder dem Großprior von Österreich, Fra´ Gottfried Kühnelt-Leddihn, sich für Kranke, Arme und Bedürftige ehrenamtlich einzusetzen.
"Mit der heutigen Aufnahme bekennen sich so viele engagierte Frauen und Männer öffentlich zu einem Leben mit gelebter Solidarität, wie schon lange nicht", meinte dazu der Kommandant der Malteser, Johann-Philipp Spiegelfeld, im Rahmen der Zeremonie.
Malteser
Der Malteser Hospitaldienst Austria ist Teil des weltweiten Malteserordens, einer der ältesten karitativen Organisationen der Welt. In Österreich engagieren sich rund 1.000 aktive Ehrenamtliche in einer Vielzahl von Sozial-, Sanitäts- und Katastrophen-Hilfsdiensten. Jährlich leistet jedes Mitglied durchschnittlich 120 Dienststunden. Weitere rund 1.200 Mitglieder unterstützen ideell und finanziell.
Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden wurde im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründet und zählt zu den ältesten bestehenden religiösen Laienorden der katholischen Kirche. Er ist ein anerkanntes Völkerrechtssubjekt mit Sitz in Rom und diplomatischen Beziehungen zu 114 Staaten und hat ständigen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen.
Heute engagiert sich der Orden mit rund 13.500 Mitgliedern, 100.000 Freiwilligen und über 50.000 hauptamtlichen Kräften in mehr als 120 Ländern. Seine Hilfeleistungen umfassen medizinische Versorgung, Betreuung älterer und behinderter Menschen, Flüchtlingshilfe sowie internationale Katastropheneinsätze. In aktuellen Krisenregionen wie der Ukraine, im Nahen Osten oder im Mittelmeerraum ist der Orden mit konkreten Hilfsprojekten präsent.
(Link: https://www.malteser.at)
Quelle: kathpress