
Salzburg: Ethik-Symposium zu Ehren von Erzbischof Lackner
Wie lassen sich universelle Werte und die Einzigartigkeit jedes Menschen miteinander verbinden? Ein internationales Symposium in Salzburg hat sich mit dem Spannungsfeld zwischen allgemeinen ethischen Prinzipien und der Einzigartigkeit des einzelnen Menschen befasst. Anlass der Tagung am Dienstag im Salzburger Bildungshaus St. Virgil war der bevorstehende 70. Geburtstag des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner. Eröffnet wurde das Symposium vom Präsidenten des Internationalen Forschungszentrums für soziale und ethische Fragen (ifz), Christian Lagger, sowie dem Sozialethiker Clemens Sedmak. Beide stellten biografische Bezüge zum Jubilar her und führten in das Tagungsthema ein.
So sei etwa die Frage, wie ein "Sohn armer Leute" Franziskaner und schließlich Erzbischof werden konnte, eng mit dem Themenkomplex der Tagung verwoben, so Lagger. Zugleich verwies er auf grundlegende heilsgeschichtliche Fragestellungen: Warum wird das kleine Israel zum Volk Gottes? Warum wächst Jesus im unscheinbaren Nazareth auf? Und warum wird die junge Maria aus Nazareth zur Mutter Gottes?
Reflexion zwischen Allgemeinem und Einzigartigem
In den Vorträgen wurde etwa auf den mittelalterlichen Theologen Johannes Duns Scotus (1265-1308) und dessen Konzept der "haecceitas" Bezug genommen, das die unverwechselbare Einzigartigkeit jedes Menschen betont. Ziel der Tagung war es, das Verhältnis von allgemeingültigen ethischen Normen und konkreten Lebensrealitäten interdisziplinär zu reflektieren.
An dem Symposium beteiligen sich laut Veranstaltern mehrere internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Philosophie und Ethik, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Universitäten Salzburg, Graz, Linz, Innsbruck, Paris, München und Posen; etwa Michael Fuchs (Rektor der Katholischen Privatuniversität Linz), Julia Inthorn (Professorin für Angewandte Ethik an der Hochschule für Philosophie München), Reinhold Esterbauer (Professor für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz) u.v.m.
Dankgottesdienst im Salzburger Dom am Abend
Franz Lackner wurde am 14. Juli 1956 in Feldbach in der Steiermark geboren. Nach einer Elektriker-Lehre trat er 1984 in den Franziskanerorden ein und wurde am 23. Juni 1991 zum Priester geweiht. Lackner war in Lehre und Ordensleitung tätig, bevor er 2002 zum Weihbischof der Diözese Graz-Seckau ernannt wurde. Seit 2014 ist er Erzbischof von Salzburg und seit 2020 Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Im Juni 2026 wurde er in dieser Funktion wiedergewählt.
Erzbischof Lackner feiert nicht nur demnächst seinen 70. Geburtstag; dieser Tage jährt sich auch seine Priesterweihe zum 35. Mal. Zu beiden Anlässen findet am Mittwoch (24. Juni) um 18 Uhr ein feierlicher Dankgottesdienst im Salzburger Dom statt. Auch Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) wird dazu erwartet. Erzbischof Lackner wird die abendliche Messe gemeinsam mit Weihbischof Hansjörg Hofer feiern. Die Predigt hält der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried.
Quelle: kathpress