
Erzdiözese Wien nimmt 100. Photovoltaikanlage in Betrieb
Die Erzdiözese Wien hat ihre 100. Photovoltaikanlage auf einem kirchlichen Gebäude in Betrieb genommen und setzt weiter auf "himmlische Energiequellen". Die neue Anlage füllt drei Viertel des rund 630 Quadratmeter großen Flachdachs der Kirche St. Florian in Wien-Margareten aus, wie die Erzdiözese am Dienstag mitteilte. Sie versorgt künftig die Kirche, das Pfarrhaus sowie den benachbarten kirchlichen Kindergarten mit Sonnenstrom. Zudem ist die Versorgung weiterer Einheiten im Rahmen einer Energiegemeinschaft geplant. Seit der teilweisen Inbetriebnahme im November 2025 und dem Vollbetrieb seit Juni 2026 konnte die Pfarre ihren Bezug von Netzstrom bereits deutlich reduzieren, hieß es. Die Anlage verfügt über 55,8 kWp Leistung und einen 45-kWh-Batteriespeicher.
Mit der Nutzung von Solarpaneelen leiste die Kirche ihren Beitrag "für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde", betonte Erzbischof Josef Grünwidl bei einer Besichtigung in rund 30 Metern Höhe. "Für mich ist es alternativlos, sich für die Schöpfung einzusetzen." Pfarrer Gerald Gump hob hervor, dass es sich bei der Anlage nicht bloß um ein Symbolprojekt handle, sondern um einen echten Beitrag zum Umweltschutz: "Wir wollen zeigen: Kirche kann und will heute aktiv mithelfen, dass Gottes gute Schöpfung bewahrt wird. Umweltschutz ist für uns kein Nebenthema, sondern zentraler Auftrag aus dem biblisch-christlichen Verständnis von Schöpfung."
Vier Millionen Euro für ökologische Baumaßnahmen jährlich
Die Erzdiözese Wien installiert im Schnitt zehn neue PV-Anlagen jährlich. Im Jahr 2022 waren es sogar 36. Weitere Anlagen, die ökologische und wirtschaftliche Vorteile miteinander verbinden, seien geplant, erklärte Adolf Wilfing, Leiter des Bauamtes der Erzdiözese Wien. "Sie erhöhen den Anteil erneuerbarer Energie in kirchlichen Gebäuden wesentlich und tragen dazu bei, den Gesamtverbrauch nachhaltiger zu gestalten." Doch nicht alle Kirchenbauten kämen für eine PV-Anlage infrage. Wilfing verwies darauf, dass bei neuen Projekten neben technischen und wirtschaftlichen Aspekten auch denkmalpflegerische Vorgaben berücksichtigt werden müssten.
Die Erzdiözese Wien investiert jährlich rund vier Millionen Euro in ökologische Baumaßnahmen an kirchlichen Gebäuden wie Heizungsumstellungen, Dämmungen, Umstellung auf LED-Beleuchtung, sowie Photovoltaikanlagen. Für die Umsetzung der Projekte zur Errichtung der hundert Photovoltaikanlagen betrug die Investitionssumme seitens der Erzdiözese Wien 5,5 Millionen Euro. "Die errichteten Anlagen und die eingesetzten Budgetmittel für ökologische Maßnahmen zeigen, dass wir über Schöpfungsverantwortung nicht nur reden, sondern auch danach handeln", so Markus Gerhartinger, Umweltbeauftragter der Erzdiözese Wien.
Schöpfungsverantwortung als Pfarrschwerpunkt
Die Kirche St. Florian gehört zur Pfarre zur Frohen Botschaft, der größten Pfarre Wiens. Sie umfasst den gesamten vierten und Teile des fünften sowie Randbereiche des dritten und sechsten Wiener Gemeindebezirks. Umwelt- und Klimaschutz zählen dort seit Jahren zu den pastoralen Schwerpunkten. Die Pfarre ist seit 2021 nach dem EU-Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert und engagiert sich mit einem eigenen "Team Schöpfungsverantwortung" vielfältig für den Schutz von Klima und Umwelt.
Das Bewusstsein für die Themen Schöpfungsverantwortung und Umweltschutz wird regelmäßig in Vorträgen, Gottesdiensten und "Laudato-Si"-Wanderungen vertieft. Das Dach des linken Seitenschiffs der Kirche ist das Zuhause von drei Bienenvölkern geworden. Die Pfarre lebt auch Verantwortung für Menschen in anderen Weltregionen: Als Partnerin des Projektes "Vanakkam" unterstützt die Pfarre auch Entwicklungs- und Umweltschutzprojekte in Südindien.
Quelle: kathpress