
Pilger-Experte rät: "Einfach vor der Haustüre aufbrechen"
Pilgern ist dem Pilger-Experten Roland Stadler zufolge mehr als eine bloße sportliche Betätigung oder Herausforderung: "Pilgern ist reflexives Unterwegssein und die Wahrnehmung dessen, was war, ist und vielleicht werden kann", sagt Stadler, der zugleich Vorsitzender des Arbeitskreises Tourismuspastoral der Katholischen Kirche Österreichs ist, in einem Interview auf der neuen Plattform www.pilgern.at. Pilgern bedeute ein "bewusstes Verkosten der Momente" und kein "'Ich muss nun mal einfach funktionieren', wie es beim Sport mitunter der Fall ist".
Prinzipiell brauche es keine besondere Vorbereitung, um sich auf das Wagnis des Pilgerns einzulassen, erklärte Stadler: "Einfach vor der Haustüre aufbrechen! Sich ein paar Tage Zeit nehmen und einmal einige Etappen gehen oder sich auf einen kürzeren Pilgerweg wagen." Viele Wege seien sehr gut erschlossen und verfügten über Begleitmaterial oder Websites. Zusammengeführt würden sich diese auf der neuen Webplattform www.pilgern.at finden, für die u.a. Stadler gemeinsam mit dem Österreichischen Pastoralinstitut und dem Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz verantwortlich zeichnet.
Auszeit, Besinnung, Abenteuer
Das Portal bietet einen Überblick über fast 100 Pilgerwege in ganz Österreich mit einem Wegenetz von fast 30.000 Kilometern. Österreich habe eine große Vielfalt an Pilgerwegen, erläutert Stadler: "Da gibt es zum Beispiel die sanften Wege in den Hügellandschaften von Ober- und Niederösterreich, die herausfordernden alpinen Wege in Tirol und Salzburg, die gemütlichen im Burgenland, klösterlich-kulturell geprägte entlang der Donau und viele mehr. Die Vielfalt kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass es neben den Fußpilgerwegen vermehrt Radpilgerstrecken gibt, die eine noch stärkere Erfahrung von Land und Kultur geben können."
Die Gründe, weswegen Menschen sich heute als Pilgerinnen und Pilger auf den Weg machten, seien nicht minder vielfältig. Zugleich könne man auch "Grundlinien" erkennen, so Stadler, der selber als Pilgerbegleiter aktiv ist: "So brechen einige im Sinne einer "Bilanzierung", andere wiederum im Sinne einer Neuorientierung ihres Lebens auf. Manche möchten sich eine Auszeit gönnen und Kraft und Erholung in der Natur schöpfen. Für die einen ist Unterwegssein eine Form der Krisenbewältigung nach schwierigen Lebensphasen, für die anderen ein Abenteuer, um sich selbst und Gott zu entdecken." (Infos: www.pilgern.at)
Quelle: kathpress