
Familienverband: Großeltern bleiben durch ihre Aufgaben fit
Nena, Meryl Streep oder Snoop Dogg zeigten es vor: Großeltern gehören längst nicht zum "alten Eisen", verwies der Katholische Familienverband anlässlich des Weltgroßelterntags am Sonntag auf die aktive und bedeutende Rolle von Großeltern. Das Image und die Lebensrealität von Großeltern hätten sich massiv gewandelt: "Vom passiven Ruhestand hin zu einem selbstbestimmten Lebensabschnitt, in dem viele noch ihrer Erwerbsarbeit nachgehen, ein Ehrenamt bekleiden, sich selbst verwirklichen oder sehr aktiv mit ihren Enkelkindern sind." Von der wertvollen Beziehung profitieren nicht nur Kinder und Eltern, sondern vor allem auch die Großeltern selbst, wie Studien zeigten.
In Österreich sei die Kinderbetreuung durch die Großeltern immer noch "eine der wichtigsten Säulen, von der alle Beteiligten profitieren", betonte Barbara Fruhwürth, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes. Gerade die langen Sommerferien wären oft nicht ohne die Hilfe von Angehörigen zu schaffen.
Geistige Fitness
Dass die regelmäßige Betreuung von Enkelkindern mit einer besseren Gedächtnisleistung und stärkeren sprachlichen Fähigkeiten verbunden ist, zeigte eine Langzeitstudie der Universität Tilburg (Niederlande) mit 2.887 Großeltern. "Wir sehen diesen Effekt auch bei unserem Omadienst. Viele unserer Leihomas sagen, dass die Zeit mit ihren Leihenkerln wie ein Jungbrunnen wirkt", so Fruhwürth.
Besonders Großmütter, die sich um ihre Enkel kümmerten, zeigten über den sechsjährigen Beobachtungszeitraum einen geringeren kognitiven Abbau als Gleichaltrige ohne Betreuungsaufgaben. Entscheidend sei dabei nicht die Häufigkeit der Treffen oder die Art der Betreuung gewesen. Vielmehr deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass bereits die aktive Rolle als Großeltern mit positiven Effekten auf die geistige Fitness zusammenhänge.
Familienverband fordert Großelternkarenz
Zugleich fordert die Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes mehr politische Aufmerksamkeit für die Rolle der Großeltern. "Auf der einen Seite beklagen wir die Einsamkeit im Alter, auf der anderen Seite verzichten wir als Gesellschaft aber bewusst auf diese Ressource, um die Kinderbetreuung komplett auf die institutionelle Ebene auszulagern", sieht Fruhwürth einen Widerspruch. Sie plädiert für mehr Wahlfreiheit für Familien: "Die Großelternkarenz wäre ein erster großartiger Schritt", ist sie überzeugt.
Quelle: kathpress