Haus der Barmherzigkeit und MedUni Wien stärken Altersforschung
Das Haus der Barmherzigkeit und die Medizinische Universität Wien vertiefen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Altersforschung. Thomas E. Dorner, Leiter der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit, hat mit Juli zusätzlich die neu geschaffene Professur für Gerontologie am Zentrum für Public Health der MedUni Wien übernommen. Sie soll Forschung und Lehre zu den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft stärken, hieß es in einer Aussendung des Krankenhauses am Montag. Im Mittelpunkt stehen die wissenschaftlichen Grundlagen des gesunden Alterns sowie Fragen der Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung älterer Menschen.
Die Professur knüpft an eine langjährige Kooperation zwischen der MedUni Wien und dem Haus der Barmherzigkeit an. Seit 2009 ist das Haus der Barmherzigkeit als Lehrkrankenhaus der MedUni Wien in die Ausbildung angehender Medizinerinnen und Mediziner eingebunden. Jährlich absolvieren rund 760 Studierende im Rahmen der Lehrveranstaltung "Soziale Kompetenz" ein Pflichtpraktikum an Standorten vom Haus der Barmherzigkeit, wo sie praktische Erfahrungen im Umgang mit chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen sammeln können.
Praxisnahe wissenschaftliche Arbeit
Die Zusammenarbeit habe in den vergangenen Jahren weitere gemeinsame Lehrangebote im Bereich der Alterswissenschaften hervorgebracht, darunter die Ringvorlesung "Geriatrie und Gerontologie". Auch für die Forschung biete die Kooperation wichtige Voraussetzungen: Der Zugang zu unterschiedlichen Gruppen älterer Menschen sowie zu klinischen Routinedaten ermögliche praxisnahe wissenschaftliche Arbeit. Erkenntnisse könnten dadurch in die Weiterentwicklung von Prävention, Diagnostik und Betreuung einfließen.
Dorner bleibt weiterhin Leiter der Akademie für Altersforschung sowie der Abteilung Forschung und Lehre am Haus der Barmherzigkeit. An der MedUni Wien ist er am Zentrum für Public Health tätig. Zudem leitet er das von ihm 2020 gegründete Karl Landsteiner Institut für Gesundheitsförderungsforschung und ist seit 2023 Ehrenpräsident der Österreichischen Gesellschaft für Public Health. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Gerontologie, Versorgungs- und Gesundheitsförderungsforschung sowie bei Fragen zu Gesundheit, Lebensstil, chronischen Erkrankungen und Arbeitsfähigkeit.
Das gemeinnützige Haus der Barmherzigkeit bietet Langzeitpflege und Betreuung für schwer pflegebedürftige Menschen. In sieben Pflegeeinrichtungen in Wien und Niederösterreich werden rund 1.300 Bewohnerinnen und Bewohner mit chronischen Erkrankungen betreut. Darüber hinaus bietet die Organisation mit dem Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam (HABIT) Unterstützung für Menschen mit mehrfachen Behinderungen und hohem Unterstützungsbedarf an.
Quelle: kathpress
