
Straße in Mistelbach erzählt von Zivilcourage ermordeten Priesters
Die niederösterreichische Stadtgemeinde Mistelbach erinnert künftig mit einer Zusatztafel an den Salvatorianerpater Titus Helde (1905-1945). Der Stadtrat beschloss einstimmig die Anbringung einer Informationstafel unter der bestehenden Straßenbezeichnung "Pater Helde-Straße". Damit soll das Gedenken an den Ordenspriester vertieft werden, für den die Erzdiözese Wien derzeit ein Seligsprechungsverfahren vorbereitet.
Die Straße erinnert bereits seit mehreren Jahren an den Ordensmann; sie wird in amtlichen Unterlagen der Stadt Mistelbach spätestens seit 2015/2016 geführt. Künftig können Vorbeigehende mehr über seinen Mut und seine Opferbereitschaft als bleibendes Vorbild für Zivilcourage und Nächstenliebe erfahren, hieß es in einer Aussendung der Salvatorianer.
Pater Titus Helde wurde am 22. April 1945 in Mistelbach ermordet, nachdem er sich schützend vor eine Gruppe von Frauen gestellt hatte, um sie vor Gewalt durch sowjetische Soldaten zu bewahren. Bereits kurz nach seinem Tod wurde der Salvatorianer als Märtyrer verehrt. Ende des vergangenen Jahres bat der österreichische Provinzial der Salvatorianer, P. Márton Gál, bei der Erzdiözese Wien um Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens. Diesem Ansuchen wurde von Erzbischof Josef Grünwidl - nach einstimmigem Votum des Bischofsrats - am 9. Februar stattgegeben.
P. Titus (Josef) Helde wurde am 5. Mai 1905 in Radolfzell am Bodensee geboren und arbeitete zunächst als Bankangestellter, bevor er 1926 in Steinfeld in die salvatorianische Gemeinschaft eintrat. Seine Weihe empfing er am 29. Juni 1938. Seine Ausbildungszeit führte ihn u.a. nach Lochau, Heinzendorf, Passau, Hamberg, Graz, Wien sowie Mistelbach.
Quelle: kathpress