
Trauer um früheren Prämonstratenser-Generalabt Thomas Handgrätinger
Die katholische Kirche trauert um den ehemaligen Generalabt der Prämonstratenser, P. Thomas Handgrätinger. Der deutsche Ordensmann verstarb am 24. Juli nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren im niederbayerischen Kloster Windberg, wo er am Montag, 3. August, beigesetzt wird, geht aus einer Aussendung der Ordenskonferenz vom Donnerstag hervor. Würdigende Worte kamen dazu aus dem Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg, das der Verstorbene zwischen 2020 und 2023 begleitet hatte.
"Pater Thomas verstand es in einmaliger Weise, die theoretische Idee des Ordenslebens in das konkrete und praktische Wirken einer Ordensgemeinschaft und für das einzelne Ordensmitglied in der modernen Zeit zu übersetzen", erklärte der Klosterneuburger Propst Anton Höslinger, der auch zweiter Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz ist. Der Prämonstratenserorden wie auch die gesamte Ordenswelt verlören in Handgrätinger einen "Mann, der sich unermüdlich dafür einsetzte, das christliche Leben von heute durch ein sich stets erneuerndes Ordensleben zu stärken".
P. Handgrätinger bemühte sich um die Neubelebung des Windberger Konvents und die Wiederbesiedelung des schwäbischen Klosters Roggenburg. Von 1994 bis 2003 war er Abt des Klosters Windberg, von 2003 bis 2018 Generalabt des Ordens. Als Generalabt pflegte er viele Kontakte auch in die österreichische Ordenslandschaft. So hielt er zahlreiche Vorträge, Exerzitien und Seminare und begleitete von 2020 bis 2023 das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg, an der Seite des deutschen Kurienbischofs Josef Clemens, der während dieser Zeit die Geschicke des Klosters als päpstlicher Delegat interimistisch leitete.
Der Orden der Prämonstratenser entstand unter der Leitung des heiligen Norbert von Xanten in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Dieser wollte, dass die Seelsorger so wie die Apostel Jesu aus einer Gemeinschaft heraus wirken sollten. Zu ihren Hauptaufgaben der Prämonstratenser gehören die Predigt, der Unterricht und die Pfarrseelsorge. "Genau für diese Aufgaben wollte P. Thomas Handgrätinger Impulse in der gegenwärtigen Situation des Ordenslebens und des kirchlichen Wirkens setzen", so Propst Höslinger.
Quelle: kathpress